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Der Rückgang des Betriebsergebnisses um 89,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert (21,7 Mio. Euro) resultierte aus einem Sondereffekt im Vorjahr. Damals hatte eine Einigung mit der Bundesrepublik Deutschland wegen der gescheiterten Pkw-Maut zu einem positiven Ergebniseffekt von 23 Mio. Euro geführt. Ohne diesen Sondereffekt wäre das damalige EBIT mit minus 2 Mio. Euro negativ gewesen. Das aktuelle operative Ergebnis profitierte laut Kapsch von den im Vorjahr begonnenen Anpassungen der Kostenbasis. Das Finanzergebnis verbesserte sich wegen günstiger Wechselkurseffekte von minus 9 Mio. auf minus 3 Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie lag bei minus 0,08 Euro nach 0,72 Euro im Vorjahr.
Die finanzielle Lage bleibt jedoch angespannt. Da vereinbarte Finanzkennzahlen (Covenants) per Ende März 2026 verfehlt wurden, müssen alle Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 110 Mio. Euro weiterhin als kurzfristig ausgewiesen werden. Die Nettoverschuldung stieg seit dem Bilanzstichtag Ende März von 113 Mio. auf 119 Mio. Euro zum 30. Juni, wodurch sich der Verschuldungsgrad (Gearing) von 167 auf 179 Prozent erhöhte. Die Eigenkapitalquote blieb bei 17 Prozent stabil, das Eigenkapital lag bei fast unveränderten 67 Mio. Euro. Der Free Cashflow war mit minus 2 Mio. Euro negativ nach minus 18 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.
Um die finanzielle Stabilität wiederherzustellen, hatte das Unternehmen im Juli Eckpunkte für eine Restrukturierung mit seinen Geldgebern vereinbart. Ein Stillhalteabkommen (Standstill Agreement) sieht die Stundung fälliger Tilgungsforderungen vor. Eine verbindliche Vereinbarung soll bis zum 31. März 2028 laufen, der Abschluss des finalen Vertrags wird für September 2026 erwartet. Verantwortlich für diesen Prozess ist der neue Finanzvorstand Markus Richter, der Ende Juli bestellt wurde.
Zudem unterzeichnete Kapsch am 8. Juli den Vertrag über die Veräußerung der Mehrheit an der Mauttochter tolltickets, was nach dem Closing zu einem positiven EBIT-Effekt führen soll.
In den Segmenten war das Verkehrsmanagement mit einem Umsatzplus von 18 Prozent auf 32 Mio. Euro wachstumsstark, das Segment-EBIT sank jedoch von 1,5 Mio. auf 0,7 Mio. Euro. Im Segment Maut stagnierte der Umsatz bei 73 Mio. Euro bei einem EBIT von 2 Mio. Euro. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026/27 werden ein Umsatz und ein EBIT über den Vorjahreswerten erwartet.
"Wir haben im Berichtszeitraum eine Verbesserung des Geschäftes im Vergleich zum Vorjahr erreicht", kommentierte CEO Georg Kapsch die Quartalszahlen. "Dies zeigt, dass die Maßnahmen, die wir bereits im letzten Geschäftsjahr gesetzt haben, wirksam sind. Darüber hinaus werden weitere Maßnahmen gesetzt, die die Profitabilität weiter verbessern sollen."