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Der Leverkusener Agrar- und Pharmakonzern bestätigte die Verlegung am Dienstag, betonte jedoch, dass es sich nicht um eine endgültige Entscheidung handle. "Wir sind von unseren Argumenten überzeugt, dass der Fall an das staatliche Gericht in Missouri zurückverwiesen werden sollte", teilte Bayer mit. Das Unternehmen werde gegen die vorläufige Anordnung Einspruch einlegen. Es handle sich um einen Routinevorgang, der keinen Einfluss auf die endgültige Entscheidung über den zuständigen Gerichtsstand habe.
Die juristische Hängepartie belastete die Bayer-Aktie am Dienstag schwer. Die Papiere fielen in der Spitze um mehr als sechs Prozent auf den niedrigsten Stand seit sechs Monaten und waren damit Schlusslicht im Dax. Bereits am Vortag hatten sie deutlich nachgegeben. Seit Jahresbeginn haben die Titel damit knapp zehn Prozent an Wert verloren. Einem Börsianer zufolge ist der aktuelle Kursrutsch auch auf die wachsende Nervosität vor dem 4. Juni zurückzuführen. An diesem Tag läuft die Frist für Kläger ab, aus dem vorläufig genehmigten Sammelvergleich auszutreten. Am Markt gebe es Bedenken hinsichtlich der Zustimmung unter den Klägern.
Fall nun möglicherweise bei kritischem Richter
Die Verlegung nach Kalifornien sorgt Analysten der Bank of America (BofA) zufolge für zusätzliche Unruhe, da der Fall nun bei US-Bezirksrichter Vince Chhabria liegen könnte. Bereits Ende Mai hatten Anwälte von 13 Krebspatienten eine Verlegung an ein Bundesgericht beantragt. Sie kritisierten den geplanten Vergleich als Ergebnis einer "geheimen Absprache" zwischen Bayer und den Klägeranwälten. Chhabria, der auf Bundesebene Klagen bündelt, hatte sich zuletzt äußerst kritisch über den in Missouri ausgehandelten Vergleich geäußert. An ihm war bereits im Jahr 2021 ein erster Versuch Bayers gescheitert, einen Vergleich für den Umgang mit künftigen Klagen zu schließen.
Während das juristische Tauziehen um den Gerichtsstand für neue Unsicherheit sorgt, ruhen die Hoffnungen von Bayer auf dem Obersten Gerichtshof der USA. Eine Entscheidung des Supreme Court in dem milliardenschweren Glyphosat-Streit wird bis Ende Juni erwartet. Ein Urteil zugunsten der Leverkusener könnte für den Konzern einen Befreiungsschlag in der jahrelangen Klagewelle um die angeblich krebserregende Wirkung des Unkrautvernichters bedeuten.
WUPPERTAL - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA (AFP)/INA FASSBENDER