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"Vor allem Branchen mit hohem Bedarf an öl- und energieintensiven Vorprodukten spüren die Folgen der geopolitischen Spannungen", so Wohlrabe weiter. Wegen des seit mehr als drei Monaten anhaltenden Iran-Krieges ist etwa die Versorgung mit Erdöl gestört. "Verglichen mit dem langfristigen Durchschnitt vor 2020, der industrieweit bei etwa fünf Prozent liegt, sind diese Zahlen beunruhigend hoch", sagte Wohlrabe. "Es ist durchaus möglich, dass mehrere Unternehmen infolge der Engpässe die Produktion senken müssen." Rund ein Fünftel des globalen Ölangebots wird über die Straße von Hormuz abgewickelt, die seit Wochen vom Iran weitgehend für den Schiffsverkehr blockiert ist. Gerade bei petrochemischen Vorprodukten können sich Störungen sehr schnell in der gesamten Wertschöpfungskette bemerkbar machen.
Chemieindustrie besonders stark betroffen
Besonders stark betroffen von Engpässen ist deshalb die Chemieindustrie. Dort berichteten 31,2 Prozent der Unternehmen von einem Materialmangel. Auch bei den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren bleibt die Lage schwierig: Der Anteil der betroffenen Firmen stieg hier auf 23,7 Prozent. In der Elektroindustrie meldet rund jedes vierte Unternehmen Probleme mit der Materialversorgung. In der Automobilindustrie liegt der Anteil mit zehn Prozent vergleichsweise niedrig.
Die konsumnahen Branchen bleiben von der Mangellage bisher weitgehend verschont. In der Getränkeindustrie wurden keine Engpässe gemeldet, betonte das Ifo-Institut. Bei den Nahrungsmittelherstellern lag der Anteil bei 6,9 Prozent.
WITTENBERG - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/JOHN MACDOUGALL