
von
"Schokolade bleibt weltweit mit deutlichem Abstand die beliebteste Geschmacksrichtung", so der CEO. Schokolade wachse zunehmend über das klassische Süßwarengeschäft hinaus und komme immer häufiger etwa in Glace (Speiseeis, Anm.), Backwaren oder Energieriegeln zum Einsatz. So habe zuletzt rund ein Viertel aller neu lancierten Glacesorten Schokoladenaromen enthalten, sagte Schumacher. Kategorien wie Glace, Gebäck oder Energieriegel wüchsen teilweise fast doppelt so schnell wie das traditionelle Schokoladengeschäft.
Besonders viel Potenzial sieht Schumacher im Glacesegment. "Glace ist eine attraktive Kategorie, die vom Trend zu Premiumprodukten profitiert", sagte er. Barry Callebaut beliefere bereits alle zehn weltweit größten Glacehersteller und sei tief in deren Innovationsprozesse eingebunden. Mit einem breiteren Angebot von Überzügen, Füllungen und Spezialitäten will der Konzern seine Position als Komplettanbieter weiter ausbauen.
Zugleich beobachtet Schumacher eine zunehmende Zweiteilung des Marktes. Einerseits steige die Nachfrage nach günstigen Produkten und damit nach kakaobasierten Überzügen und Füllungen. Andererseits halte der Trend zu Premium- und Luxusprodukten an.
Die Verbreitung von Abnehmmitteln aus der GLP-1-Klasse betrachtet Schumacher nicht als grundsätzliche Bedrohung. Zwar könnten diese Medikamente den Snackkonsum etwas dämpfen. Gleichzeitig entstünden neue Chancen für höherwertige Produkte. Laut Studien "ziehen es mehr als 72 Prozent der GLP-1-Nutzer vor, Schokolade zu genießen, statt ganz darauf zu verzichten", sagte der CEO. Dadurch eröffneten sich Möglichkeiten für Produkte mit reduziertem Zucker, höherem Proteingehalt oder intensiverem Kakaoanteil.
Insgesamt erwartet Schumacher, dass der Schokoladenmarkt nach der jüngsten Phase hoher Kakaopreise und Volatilität wieder wächst. Während klassische Schokoladenwaren laut Marktschätzungen jährlich um 1 bis 2 Prozent zulegen dürften, sieht Barry Callebaut dank schnell wachsender Anwendungsbereiche und Premiumprodukte die Chance, über dem Markt zu wachsen.