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Bär deutete an, dass sich das Institut weiter von Kunden mit zu hohen Risiken getrennt habe. Bremsend hätten auch die erhöhte Unsicherheit als Folge des Nahostkonflikts sowie die verhaltene Kreditaufnahme der Kunden gewirkt.
Im Gesamtjahr 2025 hatte die Neugeldwachstumsrate noch 2,9 Prozent erreicht. Für das laufende Jahr rechnet das Institut früheren Angaben zufolge mit einer anziehenden Neugeldrate. Bär bekräftigte das Ziel, bis 2028 eine Wachstumsrate von vier bis fünf Prozent erreichen zu wollen. Zusammen mit den Kursgewinnen an den Finanzmärkten sorgten die eingeworbenen Neugelder dennoch dafür, dass die insgesamt verwalteten Vermögen seit Jahresbeginn um ein Prozent auf den Rekordwert von 528 Milliarden Franken (577 Mrd. Euro) kletterten.
"In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 verzeichneten wir beim Betriebsertrag den stärksten Jahresauftakt in der Geschichte der Julius Bär Gruppe", erklärte Konzernchef Stefan Bollinger. Neben den verwalteten Vermögen und Kostensenkungen hätten dazu auch die regen Handelsaktivitäten der Kunden in den ersten drei Monaten des Jahres beigetragen. Diese hätten im April dann allerdings merklich nachgelassen. Die Gruppe rechne nicht damit, dass das außergewöhnlich hohe Niveau der Kundenaktivität des ersten Quartals 2026 in den kommenden Monaten erneut erreicht werde. Dennoch dürfte der Halbjahresgewinn deutlich über den 295 Millionen Franken des Vorjahreszeitraums liegen.
Bollinger baut zudem die Geschäftsleitung erneut um. Thomas Frauenlob, Co-Chef der Region Western Markets & Switzerland, sowie Produkt-Co-Chef Rajesh Manwani ziehen zum 1. Juni in das Gremium ein. Damit will Bollinger eine stärkere Vertretung des Kundengeschäfts sicherstellen. Chefjurist Christoph Hiestand verlasse dagegen die Geschäftsleitung.