Air France-KLM und Lufthansa bieten für TAP-Anteil

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Auch IAG und Lufthansa haben Interesse an portugiesischer Airline
 © AFP, PATRICIA DE MELO MOREIRA, Apa
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Die Fluggesellschaft Air France-KLM hat ein unverbindliches Angebot für eine Minderheitsbeteiligung an der portugiesischen TAP Air Portugal abgegeben. Konzernchef Benjamin Smith erklärte dazu am Donnerstag, man wolle den Betrieb in Lissabon stärken und die Anbindung in anderen Städten des Landes ausbauen. Air France-KLM ist damit die erste von drei großen europäischen Airline-Gruppen, die offiziell ein Gebot abgibt.

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Das Angebot "bestätigt das anhaltende, starke und dauerhafte Interesse des Konzerns an TAP", erklärte das Unternehmen zudem. Lissabon könne dank seiner Lage "zum einzigen Drehkreuz der Gruppe in Südeuropa" werden. Dies würde einen besseren Anschluss an Ziele in Amerika bedeuten - "einschließlich Brasilien, einem Schlüsselmarkt für TAP und Air France-KLM, sowie nach Afrika".

Auch die deutsche AUA-Mutter Lufthansa habe ein unverbindliches Offert für eine Minderheitsbeteiligung abgegeben, sagte ein Sprecher des deutschen Lufthansa-Konzerns am Donnerstag, ohne jedoch eine Summe zu nennen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte erklärt, TAP passe gut zur Verstärkung des Angebots der Lufthansa-Gruppe etwa an Brasilien-Flügen. Die dritte große europäische Airline-Gruppe, die British-Airways-Mutter IAG, teilte indes mit, man habe sich entschieden, keine Offerte vorzulegen.

Portugal will die in der Corona-Krise 2020 verstaatlichte Fluggesellschaft wieder teilprivatisieren. Die Regierung in Lissabon hatte im Juli angekündigt, einen Anteil von 44,9 Prozent verkaufen zu wollen. Analysten zufolge wird der Anteil mit 700 Mio. Euro bewertet. TAP-Beschäftigte sollen fünf Prozent erhalten, sodass der Staat vorerst 50,1 Prozent hält und damit weiter die Mehrheit. Dem Erlass zur Privatisierung zufolge kann die Regierung in Lissabon diesen Anteil später an denjenigen verkaufen, der den Zuschlag für die 44,9 Prozent erhält.

Die Lufthansa ist langfristig daran interessiert, die Mehrheit an der TAP zu übernehmen. Konzernchef Spohr hatte jüngst in diesem Zusammenhang erklärt, das Optimieren des Geschäftsmodells der Lufthansa mit mehreren Drehkreuzen basiere darauf, hundertprozentige Beteiligungen von Airlines zu halten.

Als nächsten Schritt muss die staatliche Holdinggesellschaft Parpública, die das Bieterverfahren abwickelt, innerhalb von 30 Tagen einen Bericht über die Vorzüge der einzelnen Angebote für die Regierung erstellen. Anschließend wird sie die am besten geeigneten unverbindlichen Angebote auswählen und diese Bieter auffordern, innerhalb von 90 Tagen verbindliche Angebote einzureichen. Die Privatisierung soll voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden.

Mit einer Flotte von 99 Flugzeugen beförderte TAP 2025 rund 16,9 Millionen Passagiere und damit 3,4 Prozent mehr als im Vorjahr. In den ersten neun Monaten 2025 sank der Gewinn von TAP um gut 35 Prozent auf 55,2 Mio. Euro, obwohl der Umsatz um 0,5 Prozent auf etwa 3,3 Mrd. Euro stieg.

LISBON - PORTUGAL: FOTO: APA/APA/AFP/PATRICIA DE MELO MOREIRA

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