
Über die innige Bindung zwischen den zwei Freunden Helmut A. Gansterer und Franz Josef Hartlauer in Gedanken und Bildern.
von
Robert Hartlauer
Mein Vater und der Helmut haben sich kennengelernt, weil im trend eine kritische Geschichte über den Fotohandel erschienen ist, mit dem Inhalt, dass es in unserer Branche keine echten Profis mehr gibt, die sich mit Fotoapparaten wirklich auskennen“, erinnert sich der Sohn des im Mai 2000 verstorbenen Unternehmers Franz-Josef Hartlauer. Mit 24 Jahren übernahm der Filius nach dem Tod seines Vaters das Unternehmen und baute es erfolgreich weiter auf. Über das erste Treffen der beiden Männer erzählt er: „Mein Vater hat sich durch die Geschichte angegriffen gefühlt und Gansterer einen Leserbrief geschrieben. Man darf nicht alles pauschalieren, meinte er. Es gibt sehr wohl Leute in der Branche, die sich wirklich mit der Fotografie auskennen. Das sind unsere Mitarbeiter und er selber.“ Gansterers Interesse war geweckt, es kam zu einem Treffen in Wien. „Ein fünfminütiger fachlicher Schlagabtausch gipfelte in der Diskussion über eine Minolta CLE mit einem Leica-M-Bajonett. Gansterer war baff, dass mein Vater mehr wusste als er.“ Das Eis war gebrochen. Der Fotolöwe aus Steyr hatte einen Einser-Freund gewonnen.
Und sein Sohn Robert wurde zu einem großen Fan von Gansterer. Was ihn am meisten faszinierte, war, dass Gansterer so spricht, wie er schreibt. Dass er in der Philosophie genauso zuhause ist wie im Motorenbau. Dass er mit jedem Menschen gleich umgeht – egal, ob Universitätsprofessor oder Arbeiter. „Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass er aus einfachen Verhältnissen stammt und nie zu jemandem herablassend oder geringschätzig ist. Das bewundere ich sehr an ihm und versuche, ebenso zu handeln“, sagt Hartlauer.
Aber natürlich waren beide auch Genussmenschen. Restaurant- und Barbesitzer hatten automatisch ein glückstrahlendes Lächeln im Gesicht, wenn die beiden ihre Tränken betraten. Nicht zuletzt verband eine eigene Art von Humor die beiden Männer: „Einmal besuchten sie beide einen Management-Trainingskurs bei Deutschlands bestem Kampfsportler“, erzählt Hartlauer. „Zuerst gab es eine Vorstellrunde. Jeder Teilnehme musste sagen, welche Sportarten er macht. Der eine sagte, er läuft jeden Tag zehn Kilometer. Der nächste erklärte, er stemmt beim Bankdrücken locker 100 Kilogramm. Ein anderer wiederum sitzt schon um fünf in der Früh eine Stunde am Ergometer. Helmut war als nächster daran und hat gesagt, seine Stärke ist es, stundenlang an der Bar zu stehen. Und dann kam mein Vater. Er hat gesagt, seine Stärke ist Liebe bei offenem Fenster.“
Hartlauer lacht: „Die beiden waren wirklich großartige Männer.“ Dann wird er kurz still und sagt leise: „Helmut hat nach dem Tod meines Vaters einen unendlich berührenden Nachruf auf ihn geschrieben. Den bewahre ich noch immer auf.“
Ich danke Helmut dafür und
wünsche ihm von ganzem Herzen
das Allerallerbeste zum Geburtstag.
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