Bitpanda: Eric Demuth gründet Privatstiftung

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Eric Demuth hat für sein Vermögen mit der Gründung der „Piccolina"-Stiftung vorgesorgt.

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Bitpanda-Gründer Eric Demuth geht unter die Stifter. Die kurz vor Jahresende gegründete Privatstiftung nennt er nach seiner Hündin „Piccolina", seine Tierliebe manifestiert sich aber auch im Stiftungszweck.

Gut möglich, dass Bitpanda-Gründer Eric Demuth bald schon im Geld schwimmt, denn „Bloomberg“ berichtet von einem baldigen Börsengang der Kryptobörse. Dabei strebe Bitpanda eine Bewertung zwischen vier und fünf Milliarden Euro an, heißt es. Eric Demuth und seine beiden österreichischen Gründer-Kollegen Paul Klanschek und Christian Trummer besitzen am Unternehmen jedenfalls nach wie vor die Mehrheit, auch wenn inzwischen Investoren wie der US-Tech-Millardär Peter Thiel mit von der Partie sind. Nur der Verkauf von geringen Anteilen an Bitpanda könnte dem Deutschen mit Wohnsitz an der Wiener Ringstraße also bald einige Millionen aufs Konto spülen. Im trend-Reichenranking wurde das Vermögen der drei Bitpanda-Gründer letztes Jahr jedenfalls auf einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag geschätzt.

Doch der 39-Jährige hat rechtzeitig vorgesorgt und eine Parkmöglichkeit für sein Vermögen ersonnen. Denn Ende letzten Jahres wurde die „Piccolina“-Privatstiftung ins Firmenbuch eingetragen, deren Stifter eben Eric Demuth ist. Piccolina ist nicht nur der Name seiner schwarz-weißen Hündin, die der Krypto-Unternehmer auch gerne zu beruflichen Terminen mitnimmt, seine Tierliebe manifestiert sich auch im Stiftungszweck. Denn dort heißt es: „Solange der Erststifter (also Demuth) Mitglied des Stiftungsvorstands ist, ist Zweck der Stiftung, die Unterstützung von Institutionen, welche in den Bereich Tierschutz und/oder medizinische Versorgung von Kinder & Jugendlichen täig sind …“. Erst wenn Demuth, der letztes Jahr vom Vorstand von Bitpanda in den Verwaltungsrat gewechselt ist, nicht mehr im Stiftungsvorstand sein sollte, kommen natürliche Personen zum Zug. Wie aus der Stiftungsurkunde hervorgeht, dürften das neben Demuth selbst vor allem seine Eltern sein. Neben Demuth sitzen aktuell auch der Anwalt Thomas Kullnigg und Wirtschaftsprüfer Berndt Zinnöcker im Stiftungsvorstand. Dass sich der Bitpanda-Gründer nicht nur für Tiere, sondern auch für kranke Kinder starkmacht, ist bereits bekannt. Seit 2024 ist Demuth auch Ambassador der St. Anna Kinderkrebsforschung.

Heckenschützen?

Eine Anfrage an Bitpanda zu den näheren Motiven der Stiftungsgründung durch den Verwaltungsratspräsidenten blieb unbeantwortet. Wahrscheinlich wird man im Unternehmen alle Hände voll damit zu tun haben, die zur Unzeit an die Öffentlichkeit gelangten Beanstandungen durch die deutsche Finanzaufsicht BaFin zu zerstreuen. Denn kürzlich wurde bekannt, dass diese bei einer Sonderprüfung im Jahr 2024 Mängel beim Risikomanagement und der IT der Kryptobörse ortete. Ein Insider geht davon aus, dass das plötzliche Aufpoppen der Berichte mit der Ankündigung von Bitpanda, das Geschäft von Kryptohandel auch auf Aktienhandel ausweiten zu wollen, zusammenhängt. „Das hat wohl manchem Konkurrenten nicht gefallen“, glaubt er.

Für Bitpanda, das zuletzt mit sieben Millionen Kunden 393 Millionen Euro umsetzte und einen Jahresüberschuss von 61,7 Millionen Euro erwirtschaftete, kommen diese News natürlich zur Unzeit. Stimmt das Gerücht, dass bereits eifrig an einem Börsengang gebastelt wird, kann diese Nachricht nicht nur einen Preisabschlag, sondern womöglich sogar eine Verzögerung der IPO-Pläne bedeuten.

Der Artikel ist im trend.PREMIUM vom 6. Februar 2026 erschienen.

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