Bitcoin droht Todesspirale

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 © APA/APA (AFP)/JUSTIN TALLIS

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Der bekannte US-Investor Michael Burry warnt vor einem sich selbst verstärkenden Bitcoin-Crash. Ein Rutsch unter die 70.000-US-Dollar-Marke könnte eine sogenannte Todesspirale auslösen, berichtet Bloomberg.

Starinvestor Burry wurde bekannt, als er 2008 den Einbruch des US-Immobilienmarktes kommen sah und dabei erfolgreich mit Short-Wetten auf den Verfall der Preise spekulierte. Seine Aktivitäten wurde sogar in dem Hollywood-Streifen „The Big Short“ verfilmt. In jüngster Zeit hat sich Burry als vehementer Kritiker der Kryptowelt positioniert. In einer eigenen Analyse beschreibt er ein Szenario eines immer weiteren Kursverfalls von Bitcoin.

Ab 70.000 US-Dollar

Ab einem Kursrutsch unter 70.000 US-Dollar könnte es zu Problemen bei börsennotierten Bitcoin-Haltern kommen, weil diese dann auf unrealisierten Investitionsverlusten in Milliardenhöhe sitzen würden. Derzeit gibt es rund 200 Aktiengesellschaften, die Bitcoin halten - sogenannte Bitcoin Treasury Companies. Die bedeutendste darunter ist Strategy (ehemals MicroStrategy) des Unternehmers Michael J Sailor. Das Unternehmen besitzt derzeit 713.502 Bitcoin, die aktuell rund 50 Milliarden US-Dollar wert sind. Bei einem aktuellen Bitcoin-Kurs von circa 72.000 US-Dollar ist Strategy schon im Minus. Der durchschnittliche Einkaufskurs des im Jahr 1989 gegründeten Business-Intelligence-Software-Unternehmens liegt nämlich bei 76.052 US-Dollar. Für Unternehmen wie Strategy könnte es laut Burry ab einem Bitcoin-Kurs unter 70.000 US-Dollar schwieriger werden, neues Kapital einzusammeln, was dann zu höheren Zinskosten bei Anleihen oder höheren Dividenden bei Vorzugsaktien führen würdee.

Ab 60.000 US-Dollar

Ein Kurs von unter 60.000 US-Dollar würde laut Burry zu akutem Stress und hohem Verkaufsdruck bei den Bitcoin Treasury Companies kommen. In weiterer Folge dürfte die Unruhe unter allen Bitcoin-Haltern stark zunehmen. Denn der Markt würde dann einpreisen, dass Unternehmen, wie Micro Strategy ,Teile ihrer Bitcoin-Bestände verkaufen müssten. Der Kurs würde weiter absacken.

Ab 50.000 US-Dollar

Unter einem Bitcoin-Kurs von 50.000 US-Dollar sieht Burry sogar die Gefahr, dass immer mehr Bitcoin-Mining-Unternehmen aufgeben müssten. Ihr Geschäftsmodell ist nämlich stark vom Bitcoin-Kurs abhängig. Dann bestünde auch das Risiko, dass die Miner ihre Bitcoin-Rücklagen verkaufen müssten. Ein weiterer Grund für einen Preisverfall.

Ab diesem Punkt meint der Starinvestor in seiner Analyse, dass es nichts geben würde, was den weiteren Abstieg von Bitcoin zwangsweise aufhalten würde.

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