Wohnimmos: Hoher Preisanstieg - Wien stark überbewertet

Wohnimmos: Hoher Preisanstieg - Wien stark überbewertet

Einer der aktuellen Preistreiber bei Wohnimmobilien: Der Anstieg der Neubauwohnungen.

Die Zeiten moderater Preisanstiege am Wohnimmobilien-Markt sind vorbei. Zuletzt legten die Preise so stark zu wie lange nicht, nur in Österreich, sondern auch in Osteuropa. Wien gilt bereits als deutlich überbewertet. Der Überblick.

Was sich derzeit bei eigentlich konservativen Investments, den Wohnimmobilien, abspielt, davon können Anleger in Aktienanleger derzeit meist nur träumen. Denn die Preise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser steigen markant, in vielen Teilen Europas, aber vor allem in Österreich. Große Kursschwankungen wie an der Börse - Fehlanzeige. Das zeigt die aktuelle Wohnimmobilien-Marktanalyse der Österreichischen Nationalbank (OeNB) deutlich, die Österreich, in Zentral-, Ost- und Südosteuropa (CESEE) und die übrigen EU-Mitgliedstaaten untersuchte.

Acht Prozent Preisanstieg gegenüber dem Vorquartal, Bundesländer boomen
Demnach war im dritten Quartal 2018 der Preisanstieg bei Wohnimmobilien in Österreich besonders heftig. In nur drei Monaten kletterten die Preise gegenüber dem Vorquartal um acht Prozent. 2017 betrug die Anstiege pro Quartal im Schnitt zwischen 3,8 und 4,7 Prozent. In Wien lag das Plus gegenüber dem Vorquartal bei 6,5 Prozent (siehe Tabelle)

Bundesländer: Preissprung durch neue Wohnungen und Einfamilienhäuser
Besonders stark legten die Preise in den Bundesländern, ohne Wien, mit fast zehn Prozent, zu - im Vergleich zum zweiten Quartal 2018. Der Preisauftrieb kam vor allem von den neuen Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern. Auch im zweiten Quartal 2018 wirkten vor allem die Einfamilienhäuser mit Anstieg von 7,4 Prozent preistreibend. Preise für Baugrundstücke von Eigenheimen ziehen seit 2010 an, trotz hoher Schwankungen.


Wohnimmobilienpreise

Entwicklung in der EU in Prozent gegenüber dem Vorjahr

In den Ländern Osteuropas sind die Preise für Wohnimmobilien zuletzt besonders stark gestiegen. Hinweis: In dieser Europa-Karte weicht die Preisentwicklung für Österreich von den im Artikel genannten Zahlen ab. Das liegt an der unterschiedlichen Datenerhebung. Die Österreich-Zahlen wurden von der TU Wien erhoben, die in der Karte angeführten von Eurostat. OeNB-Sprecher Christian Gutlederer: "Die TU Zahlen sind exakter".

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Wien: Zeiten moderaten Preisanstiegs vorbei
Aber auch in Wien hat sich das Immobilienpreiswachstum – nach einigen Quartalen mit vergleichsweise moderater Teuerung – im dritten Quartal 2018 mit einem Plus von 6,5 Prozent im Vorjahresvergleich beschleunigt. Das Wachstum der Kreditvergabe lag dagegen im Dezember gegenüber dem Vorjahr nur bei 4,9 Prozent, bei gleichbleibend günstigen Konditionen. Der Wohnbau hat im ersten Halbjahr 2018 weiter zugelegt. Der Bau von Hochhäusern verzeichnete ein Plus von 7,6 Prozent im Vorjahresvergleich.

Preise in Wien um rund 20 Prozent überbewertet
Der Fundamentalpreisindikator der OeNB für Wohnimmobilien für Wien weist bereits für das zweiten Quartal 2018 und wie im Vorquartal auf eine Überbewertung von Wohnimmobilien um 21,4 Prozent hin.

Gebrauchte Eigentumswohnungen in Wien: Plus 6,5 Prozent gegenüber Vorjahreswert
In Wien verteuerten sich Eigentumswohnungen im Jahresabstand um 4,2 Prozent, wobei die gebrauchten Eigentumswohnungen – das volumenmäßig wichtigste Marktsegment in Wien – mit 6,5 Prozent einen deutlicheren Anstieg verzeichneten als die neuen Eigentumswohnungen mit 3,6 Prozent (jeweils im Vergleich zum Vorjahr).

Zunahme der Baubewilligungen dürfte anhalten
Die Entwicklung der Baubewilligungen zeigt einen ansteigenden Trend und lässt laut OeNB eine weitere Beschleunigung der Wohnbautätigkeit erwarten.


Wohnimmobilienpreise

Entwicklung in Österreich; Veränderung zum Vorjahr in %

3Q18 2Q18 1Q18 4Q17 3Q17 2017 2016 2015 2014
Österreich +8,0 +5,0 +7,3 +4,7 +4,5 +3,8 +7,3 +4,1 +3,5
Österreich ohne Wien +9,7 +6,0 +10,0 +7,3 +4,5 +4,9 +9,1 +5,1 +3,1
Wien +6,5 +4,2 +3,5 +0,3 +3,0 +1,5 +3,8 +2,2 +4,2

Zwölf Prozent mehr Immotransaktionen
Es werden auch wieder mehr Immobilien ver- und gekauft als 2017. Im ersten Halbjahr 2018 ist die Anzahl der im Grundbuch verbücherten Immobilien im Jahresabstand um 7,6 Prozent auf 64.901 gestiegen. Das Transaktionsvolumen zog im gleichen Zeitraum um rund 12 Prozent auf 15,6 Milliarden Euro an.

50 Prozent des Haushaltseinkommens gehen für die Rückzahlung von Wohnbaukrediten drauf
Die Zinsen für Hypothekarkredite sind nach wie vor extrem niedrig. Für eine Laufzeit von mehr als zehn Jahren liegt der Zinssatz im Schnitt bei 2,26 Prozent, was aber einen Anstieg von zwei Basispunkten bedeutet. Die Belastung der Haushalte durch Wohnbaukredite ist seit 2007 dennoch gestiegen, von rund 38 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens auf etwas über 50 Prozent. Der Grund für den Anstieg: Der Anstieg der Einkommen blieb, in Relation zur Entwicklung von Wohnbaukrediten, zurück.

Nachfrage nach Wohnbaudarlehen erstmals wieder leicht rückläufig
Die Nachfrage der privaten Haushalte nach Wohnbaukrediten war laut Einschätzung der Banken im Bank Lending Survey im dritten Quartal 2018 – zum ersten Mal nach nahezu fünf Jahren – leicht rückläufig.

Gute Konjunktur im Osten lässt Preise auch dort steigen
Nicht nur in Österreich, auch in den meisten Ost- und Südosteuropas legten die Immobilienpreise sowohl gegenüber dem Vorquartal als auch gegenüber dem Vorjahr deutlich zu. Zu den Hotspots bei Preisanstiegen zählten im dritten Quartal 2018 gegenüber dem Vorjahr zählten Slowenien mit 15,1 Prozent, Tschechien mit einem Plus von 8,7 Prozent, Ungarn mit sieben Prozent und Kroatien mit 6,8 Prozent. Hohe Nachfrage und steigende Preise verzeichneten auch Portugal (+8,5 Prozent), Polen (6,5 Prozent) und Spanien (Plus 7,2 Prozent). Kräftig nach oben ging es auch bei irischen Immobilien, deren Wert um 9,1 Prozent zulegte. Österreich verzeichnet bei diesem Vergleich zwar deutlich niedrigere Zuwächse, doch das liegt an der unterschiedlichen Art der Datenerhebung. Die Zahlen, die für Österreich einen Anstieg von acht Prozent verzeichnete, wurden von der TU erhoben, die für Europa von der Eurostat. Laut OeNB sind die Zahl der TU jedoch genauer und damit zuverlässiger.

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