Bankanleihen mit Staatsgarantie: Neue Anlageklasse mit AAA-Bonität im Entstehen

In den nächsten Wochen werden zahlreiche Bankanleihen mit Staatsgarantie ausgegeben. Die Renditen sind besser als bei Staatsanleihen – aber oft schlechter als am Sparbuch.

Die Beträge sind wahrlich astronomisch: Um die krisengeschüttelten Banken zu unterstützen, werden heuer weltweit staatsgarantierte Bankanleihen im Volumen von 3.500 Milliarden Euro begeben. Allein die Republik Österreich wird im Rahmen des 100-Milliarden-Euro-Paketes Papiere im Ausmaß von 75 Milliarden Euro absichern.

Eine neue Anlageklasse
Damit entsteht für Investoren eine neue Anlageklasse, bei der Nominalwert der Anleihe plus Zinsen garantiert sind. Dank Ausfallshaftung werden die Anleihen in aller Regel das Bonitätssiegel des jeweiligen Staates bekommen, bei österreichischen Banken also die Bestnote AAA.
Trotzdem werden Bankanleihen höher verzinst als herkömmliche Staatspapiere. Ein Grund dafür ist die kurze Wartefrist, bis der Staat im (relativ unwahrscheinlichen) Falle einer Banken-Insolvenz tatsächlich auszahlen müsste. Außerdem wird man für das mögliche Problem entschädigt, den Betrag aus der vorzeitigen Tilgung zu ungünstigeren Konditionen wiederveranlagen zu müssen.

Renditen bonitätsabhängig
Bawag-Fondsmanager Martin Hager: „Wie hoch die Renditen sind, hängt unter anderem davon ab, wie gut die Bonität des Staates ist.“ Deutschland zahlt derzeit auch bei Staatsanleihen praktisch im gesamten Laufzeitenspektrum deutlich weniger als Österreich oder gar Irland (siehe Grafik ). Dementsprechend bieten auch irische Banken mehr als die deutsche Commerzbank. Gemessen wird der Aufschlag im Vergleich zum Wert der „Euro-Swapsätze“, zu denen Banken untereinander Zinszahlungen kalkulieren. So gilt für genau drei Jahre ein Satz von 2,595 Prozent als Basis. Die portugiesische Caixa Geral muss mit 0,8 Prozentpunkten einen relativ hohen Aufschlag zahlen, weil Portugal nur ein Rating von AA– aufweist.

Unklare Erträge für Österreich
Wie hoch das Plus für österreichische Bankanleihen sein wird, ist noch unklar. Pionier ist voraussichtlich die Erste Bank, die schon ein Sechs-Milliarden-Euro-Rahmenabkommen mit der Republik abgeschlossen hat. Experten erwarten etwa 0,4 bis 0,6 Prozent höhere Aufschläge als bei deutschen Banken, was je nach Laufzeit Renditen von etwas über drei Prozent ergeben könnte. Privatanleger werden mit einem guten Sparbuch oft besser fahren. Allerdings könnten die Renditen angesichts des riesigen Kapitalbedarfs noch steigen. Erste-Sparinvest-Fondsmanager Michiel van der Werf: „Alles hängt von Angebot und Nachfrage ab.“

Von Martin Kwauka

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