Wozabal-Pleite: Masseverwalter haben "interessante und seriöse" Kaufangebote

Wozabal-Pleite: Masseverwalter haben "interessante und seriöse" Kaufangebote

Wäsche mit Zukunft - für die insolvent Wozabal-Gruppe gibt es Käufer und eine Zukunft.

Die Masseverwlater sehen gute Chancen, dass nach einer Sanierung und dem Fortbetrieb des Textilvermieters Wozabel auch die Jobs erhalten bleiben. Und auch für die Gläubiger wird mit dem Schuldenschnitt eine höhere Quote erreicht werden.

Linz/Enns. Die Insolvenzverwalter des oö. Textilvermieters Wozabal haben am Mittwoch beruhigende Signale an Beschäftigte, Gläubiger und Kunden ausgesandt: Bei einem Verkauf des Unternehmens wäre eine weit höhere Quote als im Insolvenzverfahren angeboten möglich - und es würden bereits "interessante und seriöse" Angebote vorliegen. Ein Fortbestand sowie der Erhalt vieler Jobs wären dann "sehr wahrscheinlich".

Am 28. November können die Gläubiger über den von Firmenchef Christian Wozabal angebotenen Sanierungsplan, der eine Quote von 20 Prozent zahlbar binnen 2 Jahren vorsieht, abstimmen. Die Masseverwalter gehen aber nach einem Markttest davon aus, dass bei einem Verkauf des Unternehmens eine weit höhere Quote möglich wäre.

Im Vorfeld der Insolvenz war bereits ein Rettungsversuch gescheitert: Die außergerichtliche Lösung mit den Gläubigerbanken hätte vorgesehen, dass sich Firmenchef Christian Wozabal aus dem Familienunternehmen zurückzieht. Er hatte das aber abgelehnt.

Während Christian Wozabal auch weiterhin an seinen Sanierungsplänen festhalte und dazu selbst Investoren suche, seien aber bereits mehrere Kaufinteressenten an die Insolvenzverwalter herangetreten, berichteten diese in einer Aussendung am Mittwoch. Somit scheine der Fortbestand des Unternehmens abgesichert, hieß es darin. Und weiter: "Die Arbeitsplätze würden weitgehend erhalten bleiben und für die Kunden wäre die Versorgung gewährleistet." Wer die Interessenten sind, wollten die Insolvenzverwalter nicht verraten.

Zunächst sind aber einmal die Gläubiger am Wort. Denn solange die Sanierungspläne aufrecht seien, gelte im gerichtlichen Verfahren eine Verwertungssperre, erklärten die Insolvenzverwalter. Es sei aber ihre Aufgabe, Entscheidungsgrundlagen für die Gläubiger vorzubereiten und sich auch auf eine Ablehnung des Sanierungsplans vorzubereiten. "Abzuwarten bleibt, ob Christian Wozabal die Sanierungsplan-Angebote erhöht und dies auch finanzieren kann", gaben sie sich vorerst abwartend.

Sechs Gesellschaften der Wozabal-Gruppe hatten am 31. August bei den Landesgerichten Linz und Wels Sanierungsverfahren eröffnet. 792 Jobs sind von der laut KSV größten Pleite in OÖ seit jener der Drogeriekette dayli 2013 betroffen. Die unbesicherten Verbindlichkeiten werden auf 50 bis 75 Mio. Euro geschätzt.

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