Wieder Millionenpleite bei Fertighausproduzenten

Wieder Millionenpleite bei Fertighausproduzenten

Wieder trifft es einen steirischen Fertighausproduzenten.

Nach zwei großen Insolvenzen bei Fertighausproduzenten im vergangenen Jahr trifft es nun wieder einen Betrieb: Der steirische Fertighaus- und Hallenerzeuger Mehrl ist pleite. Über das Vermögen wurde ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. 148 Gläubiger sind betroffen.

Das Familienunternehmen wurde 1996 von Karl und Heidi Mehrl in Aigen im Ennstal gegründet, die beiden sind auch Gesellschafter der insolventen Mehrl GmbH. Das Unternehmen baut Fertighäuser und Hallen und betreibt auch eine Zimmerei. Laut KSV1870 betragen die Passiva 2,5 Millionen Euro. Dem stehen Aktiva von 1,99 Millionen Euro gegenüber. Die Überschuldung beträgt rund 515.000 Euro. Witterungsbedingt sind derzeit nur 15 von bis zu 49 Mitarbeitern beschäftigt, 148 Gläubiger sind betroffen.

Die Insolvenzgläubiger erhalten eine Quote von 20 %, zahlbar binnen 2 Jahren ab rechtskräftiger Annahme des Sanierungsplanvorschlages.

Forderungsausfälle führten zu Insolvenz

Insolvenzursachen sind laut KSV1870 einerseits das schnelle Wachstum des Unternehmens und andererseits die beträchtlichen Forderungsausfälle und Verlustgeschäfte. Das Kerngeschäft der Mehrl GmbH ist mit 95 Prozent im Privatbereich angesiedelt und war laut Schuldnerangaben auch positiv. Die Aufträge aus dem öffentlichen Bereich hätten allerdings zu Verlusten geführt.

Eine Fortführung des Unternehmens wird seitens der Schuldnerin beabsichtigt. Der noch zu bestellende Insolvenzverwalter wird kurzfristig beurteilen, ob das Unternehmen ohne weiteren Schaden für die Gläubiger weiter betrieben werden kann.

Fertighausbetrieb schafft Neustart

Erst im vergangenen September ist der steirische Fertighausproduzent Schachnerhaus GmbH mit Sitz in Niederöblarn mit knapp fünf Millionen Euro in die Pleite gerutscht. Allerdings soll ein Konsortium aus mehreren Firmen, der Familie Schachner und der Marktgemeinde Öblarn im Jänner neu starten.

Inzwischen wieder gut aufgestellt ist die Hanlo Fertighaus GmbH, die im Mai 2015 insolvent ging. Der Wiener Investor Matthias Calice hat mit der neuen Firma Hanlo GmbH Ende Mai die Markenrechte und Musterhäuser übernommen. Das Unternehmen beschäftigt aktuell 63 Mitarbeiter.

Informationen zu dieser und anderen Insolvenzen finden Sie auf den Seiten des KSV1870.

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