Salzburger Trachtenhersteller H. Moser Bekleidung GmbH pleite

Nach 2019 ist der Salzburger Trachtenhersteller H. Moser Bekleidung GmbH erneut in Schieflage. Die Corona-Pandemie hat den Trachtenhersteller in die Insolvenz gestürzt. Ein weiteres Sanierungsverfahren soll den Neustart ermöglichen.

Salzburger Trachtenhersteller H. Moser Bekleidung GmbH pleite

Neue Chance durch Direktvertrieb: Dirndl, Lederhosen, Jankerln & Co will Trachtenhersteller M.Moser Bekleidung künftig direkt via Online-Shop an Endkunden verkaufen.

Am Landesgericht Salzburg ist am Montag ein Insolvenzverfahren über das Vermögen des Salzburger Trachtenherstellers H. Moser Bekleidung GmbH eröffnet. Das Unternehmen will jedoch aus der Insolvenz heraus einen Neustart machen. Im Zuge einer Sanierung soll dies gelingen. Dies wäre nach 2019 die zweite Sanierung.

Das Unternehmen hat laut eigenen Angaben aufgrund der Corona-Pandemie drastische Umsatzeinbrüche erlitten. Durch Insolvenzen von Großkunden kam es zudem zu einem Verlust von potentiellen Abnehmern, teilt der KSV1870 mit. Der Trachtenhersteller hatte sich zwar auf die Pandemie eingestellt, nun ein Jahr danach jedoch feststellen müssen, dass die Unsicherheit in der Branche noch sehr groß ist. Das Ergebnis: Die Lagerbestände sind stark angewachsen.

Der Schulden belaufen sich auf 2,16 Millionen Euro, das Vermögen wird mit Aktiva von rund 620.000 Euro angegeben. Die Kosten müssen einmal mehr angepasst werden, vor allem was die Personalkosten anbetrifft, schreibt der KSV.

Neuer Sanierungsplan

Derzeit beschäftigt das Unternehmen 34 Mitarbeiter. Rund 30 Gläubiger haben noch Forderungen offen. Mit der neuen Sanierung will H. Moser Bekleidung GmbH den Gläubigern eine 30-prozentige Quote anbieten. Die reduzierte Schuld will der Trachtenhersteller binnen zwei Jahren nach ab Annahme des Sanierungsplanvorschlages zurückzahlen.

Die Trachtenmode wird anschließend extern bei Lohnfertigern angefertigt und weitervertrieben. Die Kollektionen wurden bisher in zwei Schauräumen in Salzburg und München in gemieteten Räumen präsentiert. Der Vertrieb erfolgte zuletzt ausschließlich über Großhandelskunden. Bisher waren die Kunden alle namhaften Trachtenhäuser und Online-Händler. Künftig will das Unternehmen einen eigenen Online Shop starten und somit in den Direktvertrieb mit Endkunden einsteigen. Mitte 2021 soll damit gestartet werden.

Das aktive Forderungsmanagment gehört zu den Pflichten eines jeden Unternehmens.

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