Pleitegeier kreist über "Der Tod" Uwe Kröger

Pleitegeier kreist über "Der Tod" Uwe Kröger

Finanzielles Intermezzo: Uwe Kröger, seit über 25 Jahren Musicalstar, hat zu viel anschreiben lassen. Und ist hoch verschuldet.

Der deutsche Superstar an Österreichs Musical-Bühnen Uwe Kröger ist insolvent. Er dürfte es mit den Zahlungen an die Finanz in Deutschland nicht so richtig wichtig genommen haben. Der mit Auszeichnungen und Engagements überhäufte Musicalstar - in "Elisabeth" spielte er den "Der Tod" - hat aber bei 56 Gläubigern anschreiben lassen.

Wien. Er ist seit einem Vierteljahrhundert der Superstar an den Musicalbühnen der Alpenrepublik sowie in Deutschland. In weit über einem Dutzend Musical spielte der Wahl-Österreicher auf den deutschsprachigen Musicalbühnen Hauptrollen.

Glanz und Glamour haben nun einen Kratzer abgekommen, der sich in den Büchern niederschlägt. Uwe Kröger ist insolvent, was seine Fans, die unter anderem lange Jahre hauptsächlich ihm Zuliebe nach Wien gepilgert sind, jedenfalls überraschen wird. Zur Erinnerung: Kröger hat jahrelang als Superstar von Les Misérables, Starlight Express, Das Phantom der Oper, Jesus Christ Superstar, The Rocky Horror Show, Cabaret, Rudolf oder Elisabeth ("Der Tod") die Musicalbühnen in der Bundeshauptstadt Wien sowie an verschiedenen Bühnen in Deutschland und der Schweiz bespielt - stets in Hauptrollen.

Für seine künstlerische Performance erhielt der Musical-Star im Mai 2015 vom damaligen Kulturminister Ostermayer das "Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich". In der Adabei-Gesellschaft ist Kröger noch immer gern gesehener Gast. Seit den frühen 90er-Jahren hat er quasi das Abonnement auf den Titel „Deutschlands Musical-Star Nr. 1“, den er 13 mal abräumen konnte.

Doch finanziell dürfte Kröger sich im Ton verhauen haben und mindestens ein größeres Problem haben.

Ein Problem: Die Finanz

Im Gegensatz zum Multitalent und Ex-Playmate Gitta Saxx, die Anfang des Monats in die Pleite geschlittert ist und angeblich von schlechten Beratern jahrelang flankiert wurde, hat Kröger angeblich und hauptsächlich Schwierigkeiten mit der Finanz. Zumindest hat Kröger laut Auskunft des Kreditschutzverband KSV 1870 dies als Insolvenzursache angegeben.

Steuerprüfungen für die Jahre 2011 bis 2013 hätten in Folge zu Nachzahlungen an die Finanz in Österreich und Deutschland geführt. Und den Star finanziell in die Schieflage gebracht. 700.000 Euro Passiva hat der 51-Jährige aus Deutschland stammende Künstler angeschrieben. Doch die Finanz alleine dürfte nicht der Grund für Krögers finanziellen Bauchfleck sein. Bei insgesamt 56 Gläubigern steht der einstige Musicalstar auf der Schuldnerliste.

Die finanzielle Disharmonie

Soll heißen: Kröger dürfte zwar viel verdient haben, aber zu wenig an Steuer überwiesen haben, was letztendlich bei einer Steuerprüfung nichts anderes heißt, dass der Steuerpflichtige Kröger nachzahlen muss. Ein Vorgang, den so immer wieder Millionen Steuerpflichtige im deutschsprachigen Raum kennen, die sich für derartige Verpflichtungen einen sogenannten Notgroschen halten.

Die Grundregel, "Wer viel verdient, zahlt halt einfach mehr steuern" - die in Europa als Daumenregel stimmt (außer: für Steuerflüchtige und Steuervermeider), dürfte der viel umjubelte Künstler irgendwie nicht gekannt haben.

Ganz anders dreht sich das Karussell der Finanzen beim hochdekorierten Musicalstar. Kröger kann infolge der Nachzahlungen an die Finanz in Österreich und Deutschland seine Schulden nun nicht mehr beglichen werden. Heißt: Kröger ist Pleite. Und muss nun seine Finanzen neu ordnen. Per Gericht. Das Handelsgericht Wien hat mit Beschluss vom 28.7.2016 über das Vermögen von Kröger offiziell ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet.

Den Schulden in der Höhe von rund 700.000 Euro (offiziell Passiva) stehen laut KSV1870 auf der Aktiva-Seite eine Wohnung in Darmstadt im deutschen Bundesland Hessen sowie die Verwertungsrechte an CD-Verkauf sowie an dem Buch „Ich bin was ich bin“.

Sollte die Sanierung klappen, dann kommt der "Tod" Kröger noch mit einem blauen Auge davon. Der Sanierungsvorschlag lautet 20 Prozent der Schulden in den kommenden zwei Jahren abzustottern, was nach derzeitigem Schuldenstand immerhin 140.000 Euro sind, um danach wieder schuldenfrei aus dem Insolvenzverfahren entlassen zu werden. Die Quote entspricht dem Mindesterfordernis, das gesetzlich im Insolvenzrecht als Untergrenze fixiert ist.

Es darf ein bisserl mehr sein

Der KSV1870 hat bereits angekündigt, mehr als nur die von Kröger vorgeschlagenen 20 Prozent der Schuldenrückzahlung einfordern zu wollen. Der Kreditschutzverband will die Realisierbarkeit des Sanierungsplanes "eingehend" prüfen.

Die Kreditschützer wollen sich mit der 20-Prozent-Quote von vornherein nicht zufrieden geben: "Wir werden auch der Frage nachgehen, ob oder in welcher Form dieser Zahlungsvorschlag, der lediglich den gesetzlichen Mindesterfordernissen entspricht, verbessert werden kann."

Auch die Gage seine jüngsten Gig als Dr. Guggen in dem Musical "Ludwig²", das vom 11. August bis 14. September 2016 im Festspielhaus im bayrischen Füssen bespielt wird, dürfte die Gläubiger interessieren.

Bonität

Out of Business: Insolvenzfälle vom 20. September 2017

US-Spielzeugkette Toys 'R' Us ist Pleite

Bonität

US-Spielzeugkette Toys 'R' Us ist Pleite

Bonität

Out of Business: Insolvenzfälle vom 19. September 2017