Pleite bei Toni's Freilandeier: Konkursantrag gestellt

Mit einer Überschuldung von 10 Millionen Euro geht Toni's Freilandeier in die Insolvenz. 100 Gläubiger und 38 Arbeitnehmer sind von der Pleite betroffen. Das Unternehmen soll geschlossen oder verkauft werden.

Pleite bei Toni's Freilandeier: Konkursantrag gestellt

Insolvent: die TONI'S Handels-GmbH, das Vertriebsunternehmen für Toni's Freilandeier.

Die bekannte Eier-Marke "Toni's Freilandeier" könnte es bald nicht mehr geben. Die TONI'S Handels-GmbH hat am Dienstag, den 12. Dezember am Landesgericht Leoben Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen aus Knittelfeld ist laut Kreditschutzverband KSV1870 mit rund zehn Millionen Euro überschuldet. Es sind rund 100 Gläubiger und 38 Arbeitnehmer - 14 Angestellte und 24 Arbeiter - betroffen.

Die Ursachen für die Insolvenz sind vielschichtig. Laut KSV1870 haben "faktische Abnahmegarantien gegenüber Lieferanten in Verbindung mit deutlichen Umsatzeinbußen bedingt durch einen Strafprozess sowie eine unkoordinierte Investitionspolitik zu einem operativen und finanziellen Restrukturierungsbedarf geführt". Hinzu kommen eine gescheiterte Betriebsübernahme, Umsatzeinbußen und eine musslungene außergerichtlichen Sanierung.

Die Aktiva der Handels-GmbH betragen rund zwei Millionen Euro, die Passiva belaufen sich auf knapp zwölf Millionen Euro, wovon rund 8,7 Millionen Euro auf Bankverbindlichkeiten entfallen.

30-jährige Geschichte

Gegründet wurde das Unternehmen 1988 von Anton Hubmann, 1997 wurde es in eine GmbH umgewandelt. Derzeit hat die Toni's Handels GmbH fünf eigene Biofreilandställe. Darüber hinaus besteht eine Kooperation mit rund 110 bäuerlichen Partnerbetrieben - Freiland und Biofreiland. Unter Einschluss dieser Partnerbetriebe produzierten zuletzt rund 220.000 Freilandhennen jährlich etwa 50 Millionen Freilandeier, die unter der Marke "Toni's Freilandeier" an den Lebensmittel-Einzelhandel vertrieben wurden.

Schon 2015 schlitterte das Unternehmen in die Krise. Es wurde eine Vereinbarung über die Restrukturierung von Finanzierungen geschlossen und mit Geschäftsführer Thomas Lanik im Juli 2015 ein Fremdgeschäftsführer und Sanierungsmanager bestellt. Zudem wurde ein Sanierungstreuhandvertrag abgeschlossen und der Geschäftsanteil von Gründer Anton Hubmann an Gerhard Schilcher als Sanierungstreuhänder - den aktuell hundertprozentigen Gesellschafter der Handels-GmbH übertragen.

Die bekannten grünen Packungen mit Toni's Freilandeiern könnten bald aus den Supermärkten verschwinden.

Im Herbst 2017 wurde klar, dass die Aufrechterhaltung einer positiven Fortbestehensprognose die Stundung von Zinsen und Tilgungen durch die Gläubigerbanken bis Mitte 2018 voraussetzt. Der Sanierungstreuhandvertrag wurde von Anton Hubmann gerichtlich angefochten, zu einem Einlenken konnte Hubmann jedoch offenbar nicht bewegt werden. Die Grundlage für die außergerichtliche Restrukturierung war damit weggefallen.

Das Unternehmen soll geschlossen oder verkauft werden. Angedacht ist laut KSV1870 allenfalls eine übertragende Sanierung. Bereits im Rahmen der außergerichtlichen Restrukturierungsphase sollen mit einzelnen Interessenten Gespräche geführt worden sein. Zum Werterhalt dürfte das Unternehmen kurzfristig fortgeführt werden, um eine strukturierte Verwertung zu ermöglichen

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