Pleite: Bei Star Agro geht der Stern derzeit unter

Der steirische Pflanzenschutzhändler Star Agro ist Pleite. Über 14 Millionen Euro Schulden wurden angehäuft. Das Unternehmen hat bereits Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet. Und soll nach einem Schuldenerlass wieder neu durchstarten.

Pleite: Bei Star Agro geht der Stern derzeit unter

Bei Star Agro ist derzeit nichts im grünen Bereich: Der Pflanzenschutzhändler muss eine neue Saat auswerfen, um die Gläubiger für eine Sanierung zu gewinnen.

Alles analysieren und nachrechnen brachte zuletzt nichts: Der steirische Agrar-Zulieferer Star Agro Analyse- und Handels GmbH ist insolvent. Der Händler von Pflanzenschutzmitteln hat insgesamt 15,9 Millionen Schulden angeschrieben. Nach Abzug des Vermögens ist der Pflanzenschutzhändler aus Allerheiligen bei Wildon in der Steiermark mit gut 14 Millionen Euro Überschuldung ein Fall für das Insolvenzgericht.

Mit rund der Hälfte der Schulden steht das im Jahr 2000 gegründete Unternehmen, das unter anderem auch vom Austria Wirtschaftsservice der Republik Österreich Anschubfinanzierung bekam, bei Banken in der Kreide. 2,6 Millionen Euro hat Star Agro bei Lieferanten angeschrieben. Dem Finanzamt ist 2,9 Millionen Euro schuldig. Den Schulden steht ein Warenlager gegenüber, das auf 1,2 Millionen Euro taxiert wird. Bei 107 Gläubigen steht Star Agro in der Schuld. Betroffen von der Pleite sind elf Beschäftigte.

Geschäftszweck war und soll auch nach der Entschuldung der Parallelimport von Pflanzenschutzmitteln bleiben. Star Agro versucht dabei Preisunterschiede in der EU auszunutzen. Dafür braucht das Unternehmen auch 1000 Zulassungen, die dem Pflanzenschutzhändler auch vorliegt.

Die Sanierung und Fortführung

Nach Angaben des Gläubigerschützers Kreditschutzverband (KSV1870) soll das Unternehmen fortgeführt werden. Geschäftsführer Herwig Neumeister will weitermachen. Ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung wurde am Landesgericht Graz beantragt. Unter der Ägide eines Insolvenzverwalter soll nun der Sanierungsplan präsentiert werden.

Die Insolvenzgläubiger sollen laut KSV1870 eine Sanierungsplanquote von 20 Prozent erhalten. Die ersten fünf Prozent sollen binnen vier Wochen ab rechtskräftiger Bestätigung des Sanierungsplans ausgeschüttet werden. Weitere sieben Prozent will das insolvente Unternehmen binnen zwölf Monate nach Annahme des Sanierungsplans zahlen. Die restlichen acht Prozent der Sanierungsquote sollen spätestens 24 Monate nach Annahme des Sanierungsplans beglichen werden.

Laut KSV hat das Unternehmen im Geschäftsjahr 2014/2015 bei einem Umsatz von rund 34 Millionen Euro noch einen Gewinn von 496.000 Euro erzielt. Die Misere sollte im Geschäftsjahr 2015/2016 ihren Lauf nehmen. Nach einem Umsatz von nur noch 22,8 Mio. Euro wurde ein Fehlbetrag von über 900.000 bilanziert.

Die ungünstigen wirtschaftliche Rahmenbedingungen in Europa, die Russlandsanktionen und europaweite Frostschäden hätten zu einer wirtschaftlichen Krise der Landwirtschaft in Europa geführt. In weiterer Folge sei auch die Zahlungsmoral und die Zahlungsfähigkeit in der Branche eklatant schlechter geworden. Namhafte ausländische Kunden seien zudem noch weggefallen.

Im Winter 2015/2016 dürfte ein Frostschaden in einem Lager den Rest besorgt haben. Waren im Wert von rund zwei Millionen Euro wurden beschädigt und mussten entsorgt werden. Das Zusammenspiel dieser Umstände soll letztlich in die Pleite geführt haben.

Die Vorzeichen für eine erfolgreiche Sanierung stünden angeblich gut. Das Unternehmen soll nach den bereits eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen der vergangenen Monate bereits einen operativen Gewinn einfahren. Ebenso soll eventuell ein neuer Gesellschafter quasi als "Big Spender" oder "weißer Ritter" den Agrarstern zum blühen bringen.

Falle finanzielle Selbstüberschätzung: Die aktuelle hohe Teuerungsrate erfordert einen kontrollierteren Umgang mit den eigenen finanziellen Mitteln.

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