Optimistische Jungunternehmer: Gründerboom in der Corona-Krise

Im Corona-Jahr 2020 wurden trotz des Lockdown-bedingten Knicks im Frühjahr mehr Unternehmen gegründet als 2019. Die Jungunternehmer haben dem Bonitäts-Check des KSV1870 zufolge eine bessere Performance abgeliefert als erwartet.

Optimistische Jungunternehmer: Gründerboom in der Corona-Krise

Durchstarten trotz Krise: Österreichs Jungunternehmer sind zuversichtlich.

Das Corona-Jahr 2020 war für Österreichs Wirtschaft trotz aller Schwierigkeiten kein Jahr des Stillstands. Wenn man die Zahl der neu gegründeten Unternehmen heranzieht ganz im Gegenteil: Trotz eines Lockdown-bedingten Knicks im April und Mai wurden der Wirtschaftsdatenbank des KSV1870 zufolge 61.000 Unternehmen neu gegründet, was sogar eine Steigerung von acht Prozent gegenüber 2019 bedeutet.

„Offenbar ist es der Pandemie nicht gelungen, Österreichs Jungunternehmern die Schneid abzukaufen", resümiert Gerhard Wagner, Geschäftsführer der KSV1870 Information GmbH und verweist darauf, dass sich der Trend selbst in den ersten Monaten des Jahres 2021 fortgesetzt hat. Und noch ein positives Signal lässt sich aus den Zahlen des KSV1870 herauslesen: Die Zahl aller freiwilligen Unternehmensschließungen - bei denen also nicht finanzielle Probleme die Ursache waren - lag im Jahr 2020 ebenfalls klar unter der des Jahres 2019 und war um 16 Prozent rückläufig. „Es scheint, als gab es zuletzt keine unmittelbare Notwendigkeit, den Laden freiwillig dicht zu machen", sagt Wagner. Wie sich diese Situation nach dem Ende der staatlichen Hilfsgelder darstellen wird, bleibe allerdings abzuwarten.

Schwierige Startbedingungen

Klar ist dennoch, dass die Startbedingungen für die Jungunternehmer durch die Pandemie nicht gerade einfach sind. So ist auch nur etwa jeder dritte (35 %) heimische Jungunternehmer - darunter fallen in den letzten vier Jahren gegründete Betriebe - mit der aktuellen Geschäftslage zufrieden. Gleichzeitig wurde das Eigenkapital der meisten Jungunternehmer (84 %) während der Corona-Krise in Mitleidenschaft gezogen.

Dennoch trotzt der Unternehmernachwuchs den Umständen. Im direkten Vergleich sind die Jungunternehmer auch hinsichtlich ihrer Zukunftsaussichten optimistischer als die Etablierten. Auch, weil ihr Ausfallrisiko unter der Pandemie wenig gelitten hat. Eines bleibt jedoch: Die ersten Jahre nach der Gründung sind eine echte Feuertaufe: 31,9 Prozent der im Jahr 2020 insolventen Betriebe waren jünger als vier Jahre.

Zukunfts-Optimismus

"Aufgegeben werden nur Briefe", könnte man dennoch als Motto für die Jungunternehmer heranziehen. Auch die teils massive Einschränkungen während der Corona-Krise und eine instabilere Geschäftslage als bei etablierten Betrieben haben sie nicht dazu gebracht, aufzugeben. Laut Austrian Business Check des KSV1870 schließen drei von vier Jungunternehmern eine Geschäftsschließung im Jahr 2021 kategorisch aus. Dazu gäbe es auch den Daten des KSV1870 zufolge keinen Grund. Die Ausfallwahrscheinlichkeit des Unternehmernachwuchses hat sich gemessen am KSV1870 Rating zuletzt nur marginal verschlechtert.

Acht von zehn Betrieben befinden sich nach wie vor in jenen Ratingklassen, die ein geringes Risiko aufweisen, zudem gibt es in jenen Klassen mit einer erhöhten Ausfallwahrscheinlichkeit nur um vier Prozent mehr Betriebe als unmittelbar vor dem 1. Lockdown im März 2020. „Österreichs Unternehmernachwuchs hat in den vergangenen Monaten eine bessere Performance abgeliefert als erwartet. Aber auch insgesamt stehen sie besser da, als oft behauptet wird“, erklärt Wagner.

Unabhängig von den aktuellen Herausforderungen blicken 84 Prozent der Jungen positiv auf die nächsten drei Jahre und glauben daran, dass es wieder aufwärts gehen wird. Dann hätten sie auch die schwierigste Phase überstanden. Wagner: "Die ersten vier Jahre stellen für Unternehmen eine veritable Bewährungsprobe dar. Sie zu meistern bedeutet häufig auch, langfristig zu reüssieren.


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Weitere Informationen unter ksv.at/angebote-pakete/jungunternehmen

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