Nach OGH-Urteil: Immo-Finanzierer Imperial und Cordial in Insolvenz

Nach OGH-Urteil: Immo-Finanzierer Imperial und Cordial in Insolvenz

Pleite statt Geld: Immobilien-Finanzierer Imperial, zu dem auch der Ferien-Vermittler Cordial gehört, müsste nach einem OGH-Urteil 58 Millionen Euro an über 15.000 stille Teilhaber zahlen. Und meldet stattdessen Insolvenz an.

15.300 stille Teilhaber des Linzer Immobilien-Finanzierers Imperial hätten nach einem Obersten Gerichtshof (OGH) Urteil Geld von dem Unternehmen bekommen müssen. Insgesamt 58 Millionen Euro. Doch stattdessen hat die Gruppe nun Insolvenz angemeldet.

Hintergrund ist die Entscheidung des Gerichtshofs, wonach das Kapital von atypisch stillen Gesellschaftern bei fehlenden Mitwirkungsrechten für Unternehmen kein Eigenkapital, sondern Verbindlichkeiten darstellt. Im konkreten Fall geht es um 58 Millionen Euro, die sofort an die stillen Gesellschafter ausbezahlt werden müssten. Millionen, die die Gruppe nicht aufbringen kann.

Die Imperial-Gruppe hat seit ihrer Gründung 1973 mehr als 100 Supermärkte, Bürohäuser oder Hotelanlagen in Österreich, Deutschland, Ungarn und Italien errichtet. Mit der OGH-Entscheidung ist das von der Gruppe bisher angewandte Verbot der Einlagenrückgewähr - quasi ein Ausschüttungsverbot - an atypisch stille Gesellschafter, nicht mehr anwendbar. Die Gruppe, die den Gläubigerschützern zufolge 15.300 derartige Gesellschafter hat, ist damit insolvent.

Viele dieser stillen Teilhaber haben in die Cordial Hotelbetriebsgesellschaft investiert, die alleine Passiva von 36,8 Millionen Euro aufweist. Cordial ist ein Ferienclub, der seinen Mitgliedern grenzenloses Urlaubsvergnügen in über 40 Hotels und Ressorts sowie in einem Tauschpool mit 2.000 weiteren Ressorts in Deutschland und der Schweiz, Spanien, Madeira, USA und Kanada, Mexico und Costa Rica, in der Karibik, Thailand, China sowie Indonesien in Aussicht gestellt hat. Die Ansprüche der fast 6.900 Cordial-Ferienclub-Mitglieder auf Hotelleistungen werden in quotenberechtigte Geldforderungen von rund 27,9 Millionen Euro umgewandelt.

Pleiten in Serie

Nun wird eine Restrukturierung der Gruppe angestrebt. Die nicht insolvente Tochtergesellschaft Imperial Immobilienanlagen Aktiengesellschaft mit 15 Millionen Euro Gewinnvortrag soll ebenso zur Sanierung beitragen wie der Verkauf ausländischer Immobilien. "Wir möchten durch diese gerichtlichen Sanierungsverfahren erreichen, dass in geordneten Verhältnissen für die Gläubiger eine möglichst hohe Quote erzielt werden kann," betonten Geschäftsführer Faramarz Ettehadieh und der von der Imperial-Gruppe beigezogene Anwalt Rudolf Mitterlehner.

Die Imperial Kapitalbeteiligungsgesellschaft m.b.H. & Co. KG und die unbeschränkt haftende Gesellschafterin Imperial Kapitalbeteiligungsgesellschaft m.b.H. haben am Landesgericht Linz Anträge auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung gestellt. Bei der KG beziffert der Gläubigerschutzverband KSV 1870 die Aktiva mit 12 Millionen Euro, die Passiva mit 63 Millionen Euro. Betroffen sind 23 Gläubiger, 15.300 atypisch stille Gesellschafter und 37 Arbeitnehmer. Bei der GmbH (293.000 Euro Aktiva, 2,3 Millionen Euro Passiva) sind es 15 Gläubiger.

Auch die Cordial Hotelbetriebsgesellschaft m.b.H. mit 83 Mitarbeitern (1,3 Millionen Aktiva, 4 Millionen Passiva laut KSV), die Cordial Ferienclub AG mit 5 Dienstnehmern (8,6 Millionen Aktiva, 36,8 Millionen Euro Passiva), die Hermes Holdinggesellschaft m.b.H. (341.000 Euro Aktiva, 1,8 Millionen Passiva) und die Nights&More Marketing GmbH (3 Mitarbeiter, 46.000 Euro Aktiva, 351.000 Passiva) haben Sanierungsanträge gestellt.

Von der Pleite der Imperial-Gruppe sind in Summe rund 130 Mitarbeiter betroffen, die für den Oktober kein Gehalt mehr bekommen dürften. Die Arbeiterkammer rät den Betroffenen dazu, die Arbeitsverhältnisse nicht überhastet zu beenden, da sie sich sonst selbst um finanzielle Ansprüche bringen könnten.

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