Millionenpleite bei Salzburger Aluminium Lend

Millionenpleite bei Salzburger Aluminium Lend

Das zur Salzburger Aluminium Group gehörende Pongauer Unternehmen Aluminium Lend ist zahlungsunfähig. 22,3 Millionen Euro Passiva stehen bei dem Aluminium-Spezialisten 14,9 Millionen Euro an Aktiva gegenüber. Von der Pleite sind 173 Gläubiger und 83 Dienstnehmer betroffen.

Die zur Salzburger Aluminium Group (SAG) gehörende Aluminium Lend GmbH mit Sitz in Lend im Pongau ist insolvent. Das Unternehmen, das im Jahr 1994 aus der ausgegliederten Hüttengießerei der Salzburger Aluminium AG hervorgegangen und eine 100%-Tochtergesellschaft der SAG Materials AG ist, hatte sich auf die Erzeugung von Guss- und Umformwerken spezialisiert.

Laut Angaben des Kreditschutzverbands KSV1870 sind die Insolvenzursachen primär auf die ungünstige Rohstoffpreisentwicklung, die unterbliebene Hereinnahme von Aufträgen, die teilweise durch eine Revision bedingte Stilllegung des Werkes II für 10 Arbeitstage, notwendige technische Reparaturen sowie die Umsetzung von behördlichen Auflagen und die durch die Anpassung der Personalstruktur verursachten Kosten zurück zu führen.

Um das Pongauer Werk mit seinen 83 Mitarbeitern weiterführen zu können wäre in den nächsten Jahren ein Investitionsbedarf von rund sieben Millionen Euro erforderlich gewesen, der jedoch operativ nicht zu erwirtschaften gewesen wäre. Das Unternehmen ist mit 22,3 Millionen Euro verschuldet, den Passiva stehen Aktiva von 14,9 Millionen Euro gegenüber. Das freie vermögen beträgt 6,2 Millionen Euro.

Sofortige Schließung

Das Werk soll mit sofortiger Wirkung geschlossen werden, ein Sanierungsplan wird nicht angestrebt. Das Vermögen der Schuldnerin wird daher zur Gänze zu liquidieren sein. Zum Masseverwalter wurde der Salzburger Rechtsanwalt Helmut Hüttinger bestellt.

Zu der Salzburger Aluminium Group gehören in Österreich noch die Alutech GmbH; Business Unit Thixalloy, ebenfalls mit Sitz in Lend, und die HPI High Performance Industrietechnik GmbH mit Sitz in Braunau am Inn, an der die SAG zu 51 Prozent beteiligt ist. Zur SAG gehört außerdem die SAG Alu-Recycling GmbH mit Sitz in Guntramsdorf. Die Gruppe hat zudem Tochtergesellschaften und Beteiligungen in den Niederlanden, der Slowakei, Schweden, Frankreich, Spanien, Brasilien und Mexiko.

Ob die 83 Mitarbeiter in anderen Betrieben der Gruppe weiterbeschäftigt werden können ist vorerst noch nicht bekannt.


Weitere Informationen zu dieser und weiteren Insolvenzen sowie zu Beratungen für Gläubiger finden Sie auf der Website des KSV1870.

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