Das allerletztes Kapitel von der Libro-Pleite

Das allerletztes Kapitel von der Libro-Pleite

Die achtgrößte Insolvenz wird ein gutes Jahrzehnt nach Konkurseröffnung nun abgewickelt. Die Gläubiger bekommen nun den dritten Nachschlag aus der Konkursmasse.

Wien. Im Juni 2002 ist der einstige Buch- und Papierhandelskette Libro AG in Konkurs geschlittert. Das Jahr davor war bereits ein Ausgleichsverfahren eingeleitet worden, um das Unternehmen noch zu retten. Doch es kam dann alles ganz anders. Fast 14 Jahre nachdem der Konkurs eingeleitet wurde, soll das Kapitel Libro AG endgültig geschlossen werden. Das Konkursverfahren steht laut Kreditschutzverband KSV1870 vor dem Abschluss. Mit 340 Millionen Euro Passiva zählt die Libro-Pleite zu den zehn größten Konkursen der österreichischen Wirtschaftsgeschichte.

Mitte September wird vor dem Landesgericht Wiener Neustadt gegen Libro AG mit Sitz im niederösterreichischen Guntramsdorf in der Industriestraße 7 quasi die Schlussrechnung präsentiert. Die für die Gläubiger - fast erwartungsgemäß - ernüchternd ausfällt.

Der von Masseverwalter Günther Viehböck vorgelegte Verteilungsentwurf sieht vor, dass die Gläubiger noch eine Konkursquote in Höhe von ca. 2,2 Prozent erhalten werden. Zwei Zwischenausschüttungen zu je fünf Prozent hatte es bis dato gegeben. Das wirtschaftliche Gesamtergebnis beträgt für die Gläubiger somit 12,2 Prozent und ist damit deutlich über der vom KSV1870 für Liquidationskonkurse ermittelten Quote. Im Durchschnitt beläuft sich die Konkursquote bei Liquidationen auf sieben Prozent.

Im gerichtlichen Ausgleichsverfahren, das schon im Juni 2001 eröffnet worden war, hatten die Gläubiger eine Ausgleichsquote von 40 Prozent angenommen. Schon im ersten Halbjahr 2002 stellte sich heraus, dass die insolvente Libro AG den Ausgleich nicht erfüllen konnte, was den Anschlusskonkurs zur Folge hatte.

Der Konkurs der Libro AG rangiert – gemessen an den Passiva – unter den Top-10 der Insolvenzverfahren der österreichischen Wirtschaftsgeschichte. Im Zeitpunkt der Konkurseröffnung lag der Konkursfall der Libro AG noch an vierter Stelle dieser Wertung, wurde aber in weiterer Folge von anderen Mega-Insolvenzen in Österreich überholt und liegt heute auf Rang 8 unter den „Flop 10“.

Die neue Libro-Kette hat mit den alten Eigentümern nichts mehr zu tun. Der Industrielle Josef Taus hatte die insolvente Buch- und Papierhandelskette Libro Anfang 2003 übernommen und weitergeführt.

Die "Flop-10" - Die Mega-Pleiten Österreichs
Rang Unternehmen Bundesland Verfahrensart Jahr der Eröffnung Passiva in Millionen
1 Alpine Bau-Gruppe Wien/OÖ Konkurse 2013 3.500
2 Konsum Firmengruppe Wien Ausgleich 1995 1.889
3 A-Tec Industries Gruppe Wien/Graz Sanierungsverfahren + Konkurs 2010 980
4 Maculan-Konzern, Österreich Wien Ausgleich + Konkurs 1996 799
5 AvW Gruppe AvW Gruppe AG, AvW Invest AG Kärnten Konkurse 2010 763
6 ACTIV Solar GmbH (Holding) Wien Konkurs 2016 500
7 Steiner-Gruppe Konkurse 2001 342
8 Libro AG Ausgleich + Konkurs 2001 + 2002 340
9 CBA Spielapparate- und Restaurantbetriebe GmbH bis 2014 Concord Card Casino) Wien Konkurs 2016 322
10 Zielpunkt GmbH (samt Filialen) Wien Konkurs 2015 237
Quelle: Kreditschutzverband KSV1870

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