Krisenhilfe für Unternehmen: Leitfaden zum Fortbestand

Krisenhilfe für Unternehmen: Leitfaden zum Fortbestand

Weiter machen statt den Insolvenzantrag stellen: Die Kammer der Wirtschaftstreuhänder hat in Kooperation mit der Wirtschaftskammer Österreich einen neuen Leitfaden für Unternehmen in der Krise erstellt.

Krisen rechtzeitig erkennen, nicht die Augen schließen und weiterwursteln wie bisher oder gleich die Flinte ins Korn werfen, sondern aktiv gegensteuern, das ist der wohl wichtigste Rat, den man Unternehmen geben kann, wenn sie in Gefahr geraten, dass sie in eine Insolvenz schlittern könnten. "Bereits das Planungs- und Rechnungswesen eines Unternehmens muss daher stark auf Krisenerkennung ausgerichtet sein, um möglichst zeitnahe Informationen für die Entwicklung und Zukunft eines Unternehmens zu liefern", hält daher auch Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl im neuen Leitfaden Fortbestehensprognose fest.

Nach zehn Jahren hat die Kammer der Wirtschaftstreuhänder hat in Kooperation mit der Wirtschaftskammer Österreich und KMU Forschung Austria überarbeitet und vor allem den inzwischen geänderten rechtlichen Rahmenbedingungen entsprechend adaptiert. In die Erstellung wurden auch Banken mit einbezogen.

Prognose gegen Insolvenz

Die Fortbestehensprognose ist für Unternehmen im Falle einer drohenden Insolvenz ein überlebenswichtiges Mittel. Laut Insolvenzrecht muss diese nämlich vorgelegt werden, um die Überlebensfähigkeit zu begründen. Rechtlich gesehen liegt nämlich nur dann eine Überschuldung vor, wenn es keine positive Fortbestehensprognose gibt.

Zu einer solchen Prognose gehört die Analyse des Unternehmensstatus und seines Umfelds ebenso wie bereits eingeleitete oder noch anstehende Sanierungspläne und Prognoserechnungen, also ein Finanzplan und eine entsprechende Planung für den Prognosezeitraum.

Wie relevant die Fortbestehensprognose ist zeigt die große Zahl der heimischen Klein- und Mittelbetriebe, die in der Krise stecken. Laut KMU Forschung Austria befinden sich aktuell knapp 29.700 KMU in der Krise. Das entspricht einer Quote von 14 Prozent. Kleinere Unternehmen werden demnach eher von Krisen getroffen als größere.


Service

Die Kammer der Wirtschaftstreuhänder bietet den 69 Seiten umfassenden Leitfaden hier zum Download am.


Mehr Informationen zu Insolvenzen und Beratungen für Gläubiger finden Sie auf der Webseite des KSV1870.

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