Konkurs bei Kaffeekönig Schärf: 86 Mitarbeiter betroffen

Prominenter Konkursfall in der Corona-Krise: Die Alexander Schärf & Söhne GmbH und die "Schärf The Art Of Coffee GmbH" mit Sitz in Neusiedl sind in Konkurs. Rund 250 Gläubiger und 86 Mitarbeiter sind betroffen.

Reinhold Schärf

Reinhold Schärf

Herber Rückschlag für den prominenten Kaffeekönig Reinhold Schärf. Der Unternehmer musste angesichts der plötzlichen Umsatzausfälle in der Corona-Krise Konkurs anmelden. Betroffen sind seine " Alexander Schärf & Söhne Ges.m.b.H und die "Schärf the Art of Coffee GmbH, beide mit Sitz in Neusiedl am See.

Bei den beiden international tätigen Unternehmen, die hauptsächlich in der Kaffeemaschinenproduktion und dem Handel mit den Maschinen sowie in der Kaffeerösterei tätig sind, ist durch die Einschränkungen ein akuter Liquiditätsengpass eingetreten. Obwohl laut Unternehmensangaben beide Firmen über genügend Eigenkapital verfügen konnten die Ausfälle vor allem im Bereich der Gastronomie nicht kompensiert werden.

Betroffen sind 86 Mitarbeiter an den Standorten Neusiedl am See und Wiener Neustadt sowie rund 250 Gläubiger. Die Passiva liegen in Summe bei knapp 20 Millionen Euro. 9,7 Millionen entfallen auf Alexander Schärf & Söhne, weitere 9,8 Millionen auf die Art of Coffee GmbH. Ein Großteil der Forderungen kommt laut Unternehmensangaben aus dem Kreis der Gesellschafter.

Fataler Stillstand

Nach einer Zeit eines herausfordernden wirtschaftlichen Umfeldes aufgrund der internationalen Vernetzungen kam es nun mit der globalen Corona Krise zu einem völligen Erliegen des für die beiden Unternehmen lebenswichtigen Absatzmarktes Gastronomie. Derzeit wird an einem Fortführungskonzept für die beiden betroffenen Unternehmen gearbeitet.

„Besonders leid tut es mir für die teilweise jahrzehntelang beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden, denen wir in einem tiefen freundschaftlichen Verhältnis der Partnerschaft verbunden sind. Ich blicke auf 44 spannende Jahre zurück, in denen ich das Unternehmen gemeinsam mit meinem Team gestalten und internationalisieren durfte, daher denken wir natürlich auch über Alternativszenarien eines Neustarts nach“, so Reinhold Schärf, Geschäftsführer der beiden Gesellschaften. „Diese lange Zeit des Zusammenhalts kann hoffentlich auch wieder Kraft geben, als Familienunternehmen im kleineren Rahmen etwas Neues zu schaffen.“

Die Schärf Coffeshop GmbH und weitere Gesellschaften der Familie Schärf, etwa der operative Geschäftszweig des „the italian“-Konzeptes sind von dem Insolvenzverfahren nicht betroffen.

Das aktive Forderungsmanagment gehört zu den Pflichten eines jeden Unternehmens.

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