Kindergärten „Alt-Wien“ insolvent: 7,45 Mio. Euro Passiva

Kindergärten „Alt-Wien“ insolvent: 7,45 Mio. Euro Passiva

Nach intensiven Verhandlungen ist es nun fix, die Kindergärten "Alt-Wien" sind insolvent. Betroffen sind 297 Dienstnehmer und 27 Gläubiger, zuletzt gingen noch 2.276 in die 33 Kindergärten in Wien.

Der "Verein Alt-Wien - MUKU - Arbeitsgemeinschaft für multikulturelle Kindergartenpädagogik" (1080 Wien, Strozzigasse 3) hat nun einen Antrag auf Eröffnung eines Konkursverfahrens am Handelsgericht Wien eingebracht, wie es auf der Website des KSV 1870 heißt. Der KSV1870 rechnet mit einer raschen Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

Der Privatkindergarten „Alt Wien“ betreibt insgesamt 33 Kindergärten mit Krippen und Horte in Wien. Zudem wird von der Schuldnerin jährlich das internationale Sportferiencamp „Parkschlössl“ in Bad Aussee veranstaltet. Der Stand der betreuten Kinder betrug im Juli 2016 laut Schuldnerangaben noch 2.276. Durch die bereits in den Medien bekanntgewordenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten und der damit verbundenen Unsicherheit des Fortbestandes hat sich der Bestand der zu betreuenden Kinder seither auf rund 770 reduziert. Betroffen sind davon 297 Dienstnehmer und 27 Gläubiger, die Passiva belaufen sich auf rund 7,45 Millionen Euro.

Ursache der Insolvenz laut Schuldnerangaben

Wie bereits in den Medien berichtet, behauptet die Stadt Wien die Rückforderung gewährter Fördergelder in der Höhe von rund 6,65 Millionen Euro, da diese laut Angaben der Stadt Wien entgegen den allgemeinen Förderrichtlinien der Stadt Wien zweckwidrig verwendet worden seien.

Diesbezüglich wurden in den letzten Wochen intensive Verhandlungen zwischen der Schuldnerin, der Familie Wenzel sowie der Stadt Wien geführt. Sämtliche Gespräche haben jedoch zu keiner Einigung geführt. Die Stadt Wien hat sodann angekündigt, die Förderung ab dem Monat September 2016 nicht mehr zuzuerkennen. Das Eingeständnis der Zahlungsunfähigkeit der Schuldnerin war die Folge.

Bis heute sind laut Schuldnerangaben sämtliche Betreuungsstandorte geöffnet. Der bisherige Vorstand rund um den Vereinsverantwortlichen Richard Wenzel ist aufgrund der seit dem späten Frühjahr auch öffentlich gewordenen Gebarungsproblemen der Schuldnerin zurückgetreten. Seit 26.07. 2016 fungiert Frau Edith Kramer als Obfrau des Vereins.

Der vom Handelsgericht Wien zu bestellende Insolvenzverwalter wird nach Konkurseröffnung rasch zu klären haben, ob bzw. wie lange die Betriebsstätten fortgeführt werden können. Laut Schuldnerangaben gibt es Interessenten, welche die gesamte Struktur der Betreuungsstätten übernehmen würden. Ab sofort können Gläubigerforderungen über den KSV1870 angemeldet werden unter ins.team.wien <AT> ksv.at .

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