Kapitel Riegerbank-Pleite nach 23 Jahren endgültig geschlossen

Die Gläubiger erhalten Quote von insgesamt knapp 10 Prozent.

Kapitel Riegerbank-Pleite nach 23 Jahren endgültig geschlossen

Vor 23 Jahren machten Kleinanleger nach der Pleite der Riegerbank auf Versammlungen mobil - nun ist die Insolvenz abgeschlossen. Die Anleger bekommen insgesamt rund zehn Prozent ihrer Forderungen anerkannt.

Wien. Am Montag ist ein Kapitel weniger rühmlicher, österreichischer Wirtschaftsgeschichte geschlossen worden. Am Handelsgericht Wien fand die Schlussrechnungstagsatzung im Konkursverfahren der 1998 Pleite gegangenen Riegerbank statt. Damit wurde das längste Konkursverfahren einer Bank nach knapp 23 Jahren beendet, teilte der KSV 1870 am Montag mit.

Das Gericht genehmigte heute den vom Masseverwalter vorgelegten Verteilungsentwurf. Es gibt eine Schlussquote von 0,6 Prozent - nach Ausschüttungen im Jahr 2000 und 2002 in der Höhe von jeweils rund 8,8 Prozent. So gab es am Ende des Verfahrens insgesamt eine Quote von 9,4 Prozent.

Ehemals hatten rund 1.300 Gläubiger ihre Forderungen angemeldet. Insgesamt wurden Forderungen in der Höhe von gut 88 Mio. Euro anerkannt.

In den vergangenen drei Jahrzehnten beschritten insgesamt sechs Banken den Weg zum Insolvenzrichter. Neben der Riegerbank 1998 waren dies die Bank für Handel und Industrie (1995), die Diskont Bank (1998), die Trigon Bank (2001), Anglo Austrian AAB AG (vorm. Meinl Bank, 2020) und die Commerzialbank Mattersburg (2020). In der Bankenkrise wurden zudem einige Banken durch Staatshilfen oder einer Verstaatlichung (Hypo Alpe Adria) vor einer drohenden Pleite gerettet.

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