Kärntner Anlagenbauer KRESTA insolvent

Kärntner Anlagenbauer KRESTA insolvent

Ein Rechtsstreit mit einem Großkunden mit Forderungen von 38 Millionen Euro treibt den Kärntner Anlagenbauer in die Insolvenz. Ein Sanierungsverfahren soll KRESTA auf die Sprünge helfen. 237 Mitarbeiter sind betroffen. Das Unternehmen will neue Kapitalgeber an Bord holen.

Klagenfurt. Der Kärntner Anlagenbauer KRESTA mit Sitz in St. Andrä im Lavanttal (Bezirk Wolfsberg) hat am Montag am Landesgericht Klagenfurt Insolvenz angemeldet, wie der Kreditschutzverband KSV1870 am mitgeteilt hat. Eigenen Angaben zufolge hat KRESTA Verbindlichkeiten in der Höhe von rund 100 Millionen Euro. Dagegen stehen in der Bilanz laut KSV Vermögenswerte (Aktiva) in der Höhe von 77 Millionen Euro.

Sollte die Firma liquidiert werden, wird mit Passiva in der Höhe von rund 137 Mio. Euro gerechnet. In diesem Fall, so heißt es in dem Insolvenzantrag, lägen die Aktiva bei lediglich 15 Mio. Euro.

Als Grund für den Gang zum Insolvenzgericht hat die Geschäftsführung von KRESTA einen Rechtsstreit mit einem Großkunden des Unternehmens genannt. Dabei geht es um eine Forderung in der Höhe von 38 Millionen Euro. "Diesem Schritt war ein monatelanger Konflikt über die Abrechnung von zwei Großprojekten vorausgegangen", teilt KRESTA mit. Aktuell kam noch ein Liquiditätsengpass bei einem konzernverbundenen Unternehmen hinzu, womit das Unternehmen noch mehr in Schieflage geraten ist.

Zum Insolvenzverwalter wurde die Insolvenzverwaltungsges.m.b.H. mit Sitz in Klagenfurt bestellt, die bereits die AvW-Pleite abgewickelt hat.

Da über Monate hinweg keine Einigung mit dem Großkunden erzielt werden konnte, will KRESTA nach Angaben des Geschäftsführers Franz Kreuzer ein internationales Schiedsgerichtsverfahren anstreben. Dies würde aber noch einige Monate dauern, was nun zur Insolvenzanmeldung geführt hat. "Deshalb sind wir gezwungen ein Sanierungsverfahren in die Wege zu leiten", sagt KRESTA-Chef Kreuzer.

Betroffen sind 237 Mitarbeiter, die für Juni und Juli weder ihren Monatslohn noch Urlaubsgeld erhalten haben. 661 Gläubiger haben Forderungen an das Unternehmen.

Die Suche nach Investoren

Bereits vor dem Gang zum Insolvenzgericht hat KRESTA eigenen Angaben zufolge weitgehende Vorbereitungen zur möglichst raschen Antragstellung auf Zuerkennung von Insolvenz-Entgelt für die im Zeitpunkt der Verfahrenseröffnung rückständigen Löhne und Gehälter samt Urlaubsgeld sowie zur Absicherung der Eigentumsvorbehaltsgläubiger getroffen.

Im Zuge der Sanierung macht sich KRESTA auf die Suche nach neuen Kapitalgebern. Erste Gespräche mit Investoren wurden demnach schon geführt. "Wir sind derzeit bemüht die Sanierung des Unternehmens umzusetzen und führen erfolgsversprechende Gespräche mit potenziellen Investoren", erklärt KRESTA-Chef Kreuzer in einer Aussendung am Montag.

KRESTA hat im Geschäftsjahr 2015 eigenen Angaben zufolge rund 50 Mio. Euro umgesetzt. Im Jahr 2014 verzeichnete das Unternehmen einen Bilanzgewinn von 8,4 Mio. Euro.

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