Modekette Jones sucht nach der Insolvenz Investoren

Modekette Jones sucht nach der Insolvenz Investoren

Die Wiener Modehandelskette Jones hat das Insolvenzverfahren hinter sich gebracht und die Kosten um einen siebenstelligen Betrag reduziert. Nun soll die Marke neu aufgestellt werden. Mit drei ausländischen Investoren laufen Gespräche.

Die österreichische Modekette Jones sucht nach dem kürzlich abgeschlossenen Insolvenzverfahren nun einen Investor. Um die Trendwende finanziell zu schaffen, hat die Firma den Filialstand von 35 auf 33 reduziert, Mieten nachverhandelt, Teile des Zentrallagers geschlossen und das Sortiment gestrafft.

Das Modelabel meldete vergangenen September Insolvenz an und begab sich in ein Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung. 190 Gläubiger mit Forderungen in Höhe von 8 Millionen Euro waren betroffen. Die Gläubiger erhalten eine Quote von 20 Prozent. Anfang Februar wurde der Sanierungsplan rechtskräftig bestätigt und das Sanierungsverfahren aufgehoben. Ende der Zahlungsfrist ist Mitte Dezember 2021.

Das gesamte Restrukturierungspaket inklusive des Mitarbeiterabbaus von 168 auf 152 Personen hat die Kosten laut Jones-Eigentümer Gabor Rose um einen niedrigen siebenstelligen Betrag gesenkt. Nun führt Rose Gespräche mit drei ausländischen Investoren, die Beteiligungshöhe ist noch offen. Durch die Kosteneinsparungen habe man nun keinen Zeitdruck bei der Investorensuche und könne sich "neu aufstellen".

Im vergangenen Jahr machte die als Familienbetrieb geführte Modekette einen Umsatz von rund 20 Millionen Euro.

Nachhaltigkeit als Trumpf

Hinter der Marke Jones steht die Wiener Rose Gesellschaft mbH. Rund 80 Prozent der jährlich verkaufen 450.000 Kleidungsstücke lässt Rose in Europa produzieren. Das Design des Sortiments wird in Wien entwickelt. Als Marke im mittleren Preissegment für Frauen über 30 Jahre spürt die Modefirma den boomenden Online-Handel und große, internationale Modeketten. Unter dem Druck der Modediskonter hat Jones in den vergangenen Jahren auch teilweise die Preise gesenkt. Firmenchef Rose schätzt, dass in Österreich 60 bis 70 Prozent zu viel Bekleidungsware am Markt ist.

Mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit will man wieder mehr Kundinnen in die Läden locken. Die Modekette will künftig die Nachhaltigkeit der Materialien und Fertigungsweise besser sichtbar machen. Rund 80 Prozent des Jones-Sortiments würde bereits aus Viskose, einer Faser aus Zellulose, gefertigt, sagt Miteigentümerin Doris Rose. Jones werde aber nicht als Öko-Marke positioniert. Man wolle vielmehr mit nachhaltigen Materialien und der Produktion in Europa bei Käuferinnen punkten.


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