Insolvenz: Agent Provocateur geht's an die Wäsche

Der englische Dessoushersteller Agent Provocateur ist in Konkurs. Nachdem das Stammhaus in London Anfang März Konkurs beantragt folgen nun die Boutiquen in die Pleite. Die selbständigen Tochterfirma in Wien muss nun auch Insolvenz anmelden.

Insolvenz: Agent Provocateur geht's an die Wäsche

Der Name ist Programm: Der Dessoushersteller Agent Provocateur hat in den vergangenen Jahren die Wäschebranche kräftig aufgemischt. Das Dessous-Label hat mit provokanten Produkten und Dessous-Präsentationen stets einen Grenzgang zwischen Noblesse und halbseidener Welt beschritten. Unter anderem Beyonce, Kylie, Melissa George und Mariah Carey hat die Wäsche des englischen Labels über den Laufsteg getragen. Doch nun naht das Ende. Erst hatte Anfang März das Mutterunternehmen in London Konkurs angemeldet. Eine flaue Konjunktur,aber auch strukturelle Probleme und überbordende Kosten hatte Agent Provocateur schon seit einiger Zeit kräftig finanziell zugesetzt.

Quasi in einem Schneeballeffekt purzeln nun auch die selbstständigen Boutiquen des einst hippen Nobel-Wäscheherstellers in die Pleite. "Seit einiger Zeit erfolgen keine neuen Warenlieferungen an die Tochter in Österreich", heißt es beim KSV1870.

Für die Wiener Dependance der Provocateure hat dies nun den Gang zum Konkursrichter zur Folge. Am Montag muss Agent Provocateur Austria GmbH laut Mitteilung des KSV1870 Insolvenz am Handelsgericht in Wien anmelden. Die in der Wiener Innenstadt angesiedelte Boutique hat Schulden in Höhe von 180.000 Euro angehäuft. Betroffen von der Pleite sind auch sechs Beschäftigte.

Die englische Nobelmarke geht auf eine Gründung im Jahr 1994 zurück. Gründer der Agent Provocateur Ltd. waren Joe Corré und Ex-Frau Serena Rees. Corré ist der Sohn von Designerin Vivienne Westwood und des (verstorbenen) Musikers Malcolm McLaren. Im Jahr 2007 hatte das Modeunternehmer-Paar nach der Scheidung das Unternehmen verkauft. Agent Provocateur hat weltweit in 30 Ländern rund 600 Mitarbeiter in eigenen Filialen beschäftigt. Mit heutigem Tag hat das Unternehmen angekündigt auch in Australien seine vier Nobelboutiquen zu schließen.

Nach einem Bericht der Zeitung "Guardian" bezichtigt der Gründer Corré die jetzigen Eigentümer, dass sie das Tafelsilber des Unternehmens ausräumen wollten. Die Investmentgesellschaft Four Holdings des britischen Geschäftsmann Mike Ashley, der auch Eigentümer des Sportartikel-Diskonters Sports Direct ist, soll angeblich die in Konkurs befindliche Agent Provocateur Ltd. übernehmen. Der britische Investor soll angeblich 30 Millionen Pfund (35,07 Millionen Euro) für den Lingeriespezialisten geboten haben.

Falle finanzielle Selbstüberschätzung: Die aktuelle hohe Teuerungsrate erfordert einen kontrollierteren Umgang mit den eigenen finanziellen Mitteln.

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