Insolventer Schmuckfirma Pierre Lang droht die Liquidation

Insolventer Schmuckfirma Pierre Lang droht die Liquidation

Pierre-Lang-Pleite: In ganz Österreich zittern Schmuckberaterinnen auf selbstständiger Basis um ihre Einnahmequelle.

Das Konzept, hochwertiger Modeschmuck in Wien produziert, aus dem Hause Metternich, vertrieben durch Schmuckberaterinnen, hat sich nicht durchgesetzt. Die haben Gläubiger gegenüber der insolventen Schmuckfirma Pierre Lang Forderungen in Millionenhöhe. Die Chancen einen Käufer zu finden, werden jedoch als gering eingestuft.

Der Schuldenberg des Wiener Schmuckproduzenten Pierre Lang beginnt sich zu türmen. Gläubiger des insolventen Schmuckunternehmens "Pierre Lang Europe Handels GmbH" haben bisher Forderungen in Höhe von rund 19,4 Millionen Euro angemeldet. Weitere 17,7 Millionen. Euro Forderungen sind für den ebenfalls insolventen Mutterkonzern "Hans Andersen GmbH" angemeldet worden.

290 Gläubiger haben im Insolvenzverfahren gegen die Hans Andersen GmbH Forderungen angemeldet, 184 gegen die Vertriebsgesellschaft. In beiden Fällen wurde ein erheblicher Teil der Forderungen bestritten. Für die Pierre Lang Europe Handels GmbH belaufen sich die anerkannten Forderungen vorerst nur auf 5,2 Millionen Euro und für die Muttergesellschaft auf 1,5 Millionen Euro.

Gläubigerschutzverbände gehen davon aus, dass nachträglich noch weitere Forderungen angemeldet werden und die Forderungssumme damit noch weiter steigen könnte, und zwar sowohl im Falle einer Übernahme als auch im Falle einer Liquidation, also einer Auflösung, der Unternehmen.

Chancen auf Verkauf gering

Bekanntlich ist die bei Insolvenzeröffnung geplante Sanierung der beiden Unternehmen gescheitert. Auch konnte bis heute kein Käufer für die Gesamtübernahme der beiden
Gesellschaften im Wege eines Asset Deals gewonnen werden. Nach wie vor gibt es jedoch intensive Bemühungen einen Käufer für beide Unternehmen zu finden und besteht durchaus
Hoffnung, doch noch einen Asset Deal über die Bühne zu bringen.

Experten stufen die Chancen auf eine Übernahme allerdings inzwischen als gering ein, auch wenn die Produktion so heruntergefahren wurde, dass eine jederzeitige Reaktivierung für einen potenziellen Erwerber möglich ist. Derzeit werde zwar kein Schmuck mehr produziert, der große Lagerbestand werde jedoch weiterhin verkauft. Am wahrscheinlichsten sei ein "Asset-Deal", hierzu würden auch laufend Gespräche mit potenziellen Kaufinteressenten geführt.

Parallel zu den Verkaufsbemühungen haben die Insolvenzverwalter Norbert Abel und Susi Pariasek den Liquidationsprozess in die Wege geleitet. Mit der Unterstützung vieler "Stylistinnen" genannter Schmuckberaterinnen wird versucht, die aktuelle Kollektion und den Altwarenbestand bestmöglich zu verwerten.

Eine seriöse Quoteneinschätzung gestaltet sich aus der Sicht des Gläubigerschutzverbands KSV1870 zum jetzigen Zeitpunkt sehr schwierig. Der KSV1870 rechnet in beiden Verfahren zumindest mit einer Quotenzahlung im einstelligen Prozentbereich.


Weitere Informationen zu aktuellen Insolvenzen, Bonitätsfragen und rund um den Gläubigerschutz finden Sie auf der Website des KSV1870.

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