Haas Elektro insolvent - Weiterführung geplant

Haas Elektro insolvent - Weiterführung geplant

Der "Totalabverkauf" beim Elektronikhändler Haas ist notwendig, um sich in der Insolvenz zu sanieren.

Der Elektronikhändler Haas ist pleite. Betroffen sind 154 Mitarbeiter an zwei Standorten. Der Schuldenstand beläuft sich auf 36 Millionen Euro. Das Unternehmen soll saniert werden.

Der niederösterreichische Elektronikhändler Haas Elektro ist pleite, will aber weitermachen. Das 1968 gegründete Unternehmen beschäftigte zuletzt 162 Mitarbeiter, die Verbindlichkeiten belaufen sich auf bis zu 36 Mio. Euro. Ihnen stehen Aktiva von 2,6 Mio. Euro gegenüber, wie der Kreditschutzverband von 1879 (KSV) mitgeteilt hat.

Betroffen von der Pleite sind rund 160 Gläubiger. Haas Elektro hat Standorte an der Brünner Bundesstraße und in der SCS in Vösendorf. Als Grund für die Insolvenz wurden Umsatzrückgänge und die restriktiven Versicherungsbedingungen von Seiten der Kreditversicherer genannt. Dennoch sollen die Geschäfte weitergeführt werden. Der Neustart soll nach der bereits eingeleiteten Restrukturierung erfolgen. Derzeit wird ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eingeleitet.

Bereits angeboten wurde eine Quote von 20 Prozent. Der neu festgesetzte Schuldenbetrag soll dann binnen zwei Jahren abgebaut werden. In Zukunft will sich Hass Elektro stärker als Küchenanbieter positionieren. Die Produktpalette in der Unterhaltungselektronik soll hingegen stark reduziert werden. Die Verkaufsfläche am Standort in der SCS wurde bereits reduziert.

Für die Beschäftigten ist die Unterstützung bereits angelaufen, teilte die Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) am Mittwoch mit. Betroffen sind der Aussendung zufolge 162 Mitarbeiter, ihre Ansprüche sollen beim Insolvenzentgeltfonds angemeldet werden.

"Unsere ExpertInnen haben sofort begonnen, die offenen Gehaltsforderungen für den Insolvenzentgeltfonds zu berechnen, damit die Betroffenen rasch zu ihrem Geld kommen", erklärte AKNÖ-Präsident und ÖGB-Vorsitzender Markus Wieser. In den Haas-Standorten am Hauptsitz in Gerasdorf bei Wien sowie in der SCS Vösendorf kalkulieren demnach AKNÖ-Experten seit dem Vormittag für jeden Beschäftigten, wie viel Geld ihm oder ihr der Elektrohändler schuldet.

Diese Ansprüche werden im Namen der Beschäftigten beim Insolvenzentgeltfonds angemeldet, der nach Pleiten die Löhne und Gehälter auszahlt, die die Firma nicht mehr leisten konnte.

"Offen sind das Gehalt für Oktober und das anteilige Weihnachtsgeld", erläuterte Jutta Maca, Leiterin des AKNÖ-Insolvenzreferats. "Das heißt, bis jetzt haben die Beschäftigten die Insolvenz ihres Arbeitgebers glücklicherweise nicht gespürt. Allerdings wird das Oktobergehalt jetzt mit einer kleinen Verzögerung auf ihrem Konto eintreffen." Für das Weihnachtsgeld könnte der übliche Termin - der 1. Dezember - halten, hieß es.

Ab November geht es laut AKNÖ auch mit der Bezahlung regulär weiter: Der Masseverwalter will der Aussendung zufolge den Betrieb weiterführen. Es seien weder Schließungen noch Kündigungen angedacht.

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