Grazer Altwaren-Dienstleister BAN soll nach Insolvenz fortbestehen

Grazer Altwaren-Dienstleister BAN soll nach Insolvenz fortbestehen

Von der Insolvenz des mit rund einer Million euro überschuldeten Unternehemens sind rund 100 Mitarbeiter und rund 100 Gläubiger betroffen. Teilbereiche sollen geschlossen werden, damit sind auch die dazugehörigen Jobs gefährdet.

Die Grazer BAN - Sozialökonomische BetriebsgmbH hat Insolvenz angemeldet, das mit rund einer Mio. Euro überschuldete Unternehmen soll aber fortgeführt werden. Betanragt wurde ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung, so der Kreditschützer KSV1870. Es ist eine Fortführung mit Restrukturierung beabsichtigt. Von der Insolvenz sind rund 100 Dienstnehmer und rund 100 Gläubiger betroffen.

Die Ursachen der Insolvenz seien in der rückläufigen öffentlichen Förderquote, verbunden mit Kostensteigerungen zu suchen, obwohl zuletzt die Umsätze stiegen. Das Unternehmen beschäftigt sich mit Räumungen u.a. von Verlassenschaften und Transporten. Betrieben wurden auch ein Recyclinghof, eine Tischlerei, eine Elektro-Reparaturwerkstätte sowie ein Second-Hand-Verkauf von Möbeln, Geräten, Kleider, Büchern und Geschirr sowie Haushaltswaren, angesiedelt in der Ungergasse 31. Zu kämpfen hatte BAN laut Kreditschützern offenbar mit einer zunehmend schlechteren Qualifikationen der Beschäftigten, welche aufwendigere beruf- und sozialpädagogische Betreuung nötig machten. Die BAN war 1983 als sozio-ökonomischer Betrieb für u.a. Langzeitarbeitslose und Benachteiligte gegründete worden, auch Lehrlinge wurden ausgebildet und geschützte Arbeitsplätze geschaffen.

Wenig Erfolg beim Fördergeld

Da der Pachtvertrag für die Liegenschaft Ungergasse ausläuft, musste auch ein Objekt in der Puchstraße 41 nahe der städtischen Entsorgungsbetriebe adaptiert werden. Dies verursachte ebenfalls Kosten, ein Umzug ist bis Ende Februar geplant. Ein weiterer Insolvenzgrund dürfte sein, dass man bei der Lukrierung von nationalen und internationalen Fördermitteln nicht erfolgreich gewesen sein dürfte.

Die Passiva belaufen sich auf rund 1,55 Mio. Euro, die Aktiva auf 0,547 Mio. Euro, im wesentlichen Guthaben und offene Forderungen. Daraus ergibt sich eine Überschuldung von rund einer Mio. Euro. Den Gläubigern sollen eine 31-prozentige Quote, zahlbar binnen zwei Jahren, angeboten werden.

100 Arbeitskräfte bangen um ihre Jobs

Gesellschafter der BAN sind zu je 50 Prozent die BAN - Beratung, Arbeit, Neubeginn, Verein zur Beratung und Beschäftigung von Arbeitslosen sowie die ARGE Müllvermeidung. Zuletzt waren rund 100 Personen beschäftigt, 46 davon als Transitarbeitskräfte auf Basis von Förderungsvereinbarungen mit dem AMS und dem Land Steiermark.

Mit Teilbetriebsschließungen wird eine Reduktion der Dienstnehmeranzahl angestrebt, weiters soll eine Konzentration auf die - profitablen - Hauptgeschäftsfelder erfolgen. Bereits vor einigen Jahren war die Laugerei dichtgemacht worden. Betroffen dürften vor allem die Transitarbeitskräfte sein. Es besteht jedoch laut AKV die Absicht, ab 2017 die sozioökonomischen Aktivitäten durch die Eingliederungshilfe mit Unterstützung des AMS wieder auszuweiten. Seit Frühsommer 2016 laufen Gespräche mit einem Investor.

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