Erotikhändler Secret Factory ist schon wieder insolvent

Der Salzburger Erotikhändler Secret Factory, das Nachfolgeunternehmen der Beate Uhse VertriebsgmbH, ist innerhalb von zwei Jahren nun das zweite Mal insolvent. Betroffen sind 130 Dienstnehmer und knapp 300 Gläubiger, das Unternehmen betreibt derzeit 35 Filialen in Österreich.

Erotikhändler Secret Factory ist schon wieder insolvent

Der Salzburger Erotikhändler Secret Factory mit Sitz in Bergheim (Handelszentrum 5) ist zum zweiten Mal innerhalb von gut zwei Jahren zahlungsunfähig. Deshalb wurde ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet, teilt der KSV 1870 mit. Schulden von 3,9 Millionen Euro stehen Aktiva von 2,6 Millionen Euro gegenüber. Betroffen sind 130 Dienstnehmer und knapp 300 Gläubiger. "Österreich ist aufgrund der Bemühungen der „Secret Factory GmbH“ das einzige Land der Welt, in dem man den Erotik-Einzelhandel in beinahe jedem Einkaufszentrum größerer Ballungsräume sowie am Flughafen Wien findet", heißt es noch auf der Website des Unternhemens: Die Rede ist dort auch von neun Millionen Euro Umsatz pro Jahr.

Das Unternehmen ging aus der „Beate Uhse VertriebsgmbH“ hervor, welche ökonomisch eigenständiger österreichischer Lizenznehmer der „Beate Uhse AG“ mit Sitz in Flensburg ist. Im September 2010 hatte das Unternehmen bekannt gegeben, dass alle 32 österreichischen Beate Uhse-Shops der Secret Factory GmbH sukzessive auf den Namen „SEVEN SINS Erotic Lifestyle“ umgestellt bzw. neue Filialen unter diesem Namen eröffnet werden. Derzeit werden 35 Filialen betrieben.

Letztes Sanierungsverfahren als Stolperstein

Zu den genannten Schulden kommen noch weitere Verbindlichkeiten, die erst im Falle einer Liquidation des Unternehmens zu bedienen wären. Zum Stolperstein für Secret Factory wurde die letzte Rate des ersten Sanierungsverfahrens aus dem Jahr 2014. Aus dieser Insolvenz war ein Quote von 20 Prozent zu erfüllen. Die letzte Quote von 6,5 Prozent wäre vor wenigen Tagen fällig gewesen, konnte aber nicht bedient werden. Als Grund, weshalb nun wieder ein Sanierungsplan angeboten wird, wurde genannt, dass mit einer sofortigen Schließung des Unternehmens die Verwertung weit schwieriger wäre als im Rahmen einer Fortführung mit 20 anstatt der bisher 35 Filialen. Zum Zeitpunkt der ersten Insolvenz waren es noch 43 Filialen.

Im neuen Sanierungsplan wird die Bezahlung einer 20-prozentigen Quote binnen zwei Jahren angeboten, wobei die erste Rate von fünf Prozent innerhalb von zwei Monaten ab Annahme des Sanierungsplanes fällig wäre. Die zweite Rate von 15 Prozent müsste innerhalb von zwei Jahren bezahlt werden.

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