Drei Retter stellen bei Vogel & Noot den Pflug neu ein

Drei Retter stellen bei Vogel & Noot den Pflug neu ein

Es wird weiter Pflüge aus steirischer Fertigung geben - aber die Eigentümer kommen künftig aus Belgien und Deutschland.

Der in die Insolvenz geschlitterte Landmaschinenhersteller Vogel & Noot hat gleich drei Retter aus zwei Ländern, die sich an der Insolvenzmasse bedienen. Der eigenen Angaben zufolge größte Pflughersteller Europas hat die Totalpleite somit abgewendet. Etwas mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben.

Wartberg im Mürztal/Leoben. "Thingking Ahead" - lautet das Motto des steirischen Landmaschinenherstellers Vogel & Noot, dessen Ursprung auf das Jahr 1872 zurückgeht. Doch im Sommer hat das "Vorausdenken" und somit die Gedanken an die Zukunft einen jähen Dämpfer erhalten. Der Pflughersteller hatte sich quasi finanziell festgepflügt und somit eingebremst. Die konvetionellen Pflüge, Spezialpflüge wie Grubber, Kurzscheibeneggen, Untergrundlockerer, Kreiseleggen, Sämaschinen, Schlegelhäcksler und Feldspritzen konnten nicht mehr so gut verkauft werden, was den Landmaschinenhersteller in die Insolvenz führte. Die Schulden hatte

Eine Sanierung mit Eigenverwaltung wurde beantragt mit dem Ziel, das Unternehmen zu verkaufen. Am Ende bleibt nun der Totalverkauf des Unternehmen mit seinen ausländischen Produktionsstandorten.

Der Verkauf der Vogel & Noot Landmaschinen GmbH & Co KG in Wartberg ist nun abgeschlossen, wie die Konkursverwalter am Mittwoch mitteilten.

Den Zuschlag bekamen zwei deutsche Unternehmen und ein belgisches Unternehmen im Rahmen eines Konsortiums.

Bei den Unternehmen handelt es sich um die belgische Beyne NV in Ichtegem in der Region Flandern, die Amazonen-Werke H. Dreyer GmbH & Co KG in Niedersachsen sowie die Präzi-Flachstahl AG nahe Münster in Nordrhein-Westfalen. Es seien dies allesamt branchenerfahrene Unternehmen im Bereich Landmaschinentechnik, hieß es seitens der Kanzlei Graf & Pitkowitz.

Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Von den rund 110 Jobs in Wartberg dürften 60 erhalten bleiben.

Vogel & Noot Landmaschinen GmbH & Co KG hatte laut Kreditschutzverband KSV1870 per September insgesamt rund 17,7 Mio. Schulden angehäuft (Passiva). Zum Zeitpunkt der Insolvenz hatte der Landmaschinenhersteller 230 Gläubiger.

Die Aufteilung der Standorte

Nach den Bekundungen der Käufer bleibt der Standort Wartberg im Mürztal im obersteirischen Bezirk Bruck-Mürzzuschlag mit der Verschleißteilproduktion erhalten. Die beiden Vogel & Noot-Landmaschinen-Produktionsstätten in Ungarn und die Vertriebsstätte in Rumänien bestehen ebenfalls weiter.

Die belgische Beyne ist für Wartberg und die rumänische Vertriebsstätte zuständig. Die Amazonen-Werke führen den westungarischen Produktionsstandort, die Präzi-Flachstahl den ostungarischen. Über den genauen Stand der in Wartberg zu erhaltenden Arbeitsplätze werde sich die Beyne noch ein genaues Bild machen, sagte Stefan Weileder von der Kanzlei Graf und Pitkowitz zur APA.

Laut Weileder hatte es mehrere Interessenten an der Vogel & Noot Landmaschinen GmbH & Co KG gegeben, die drei genannten seien die mit Abstand besten Bieter gewesen. Österreichische Investoren hatten sich nicht an dem Bieterverfahren beteiligt.

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