Wie selbstfahrende Autos bald Realität werden könnten

In Wien haben sich 500 Experten getroffen, um sich darüber auszutauschen, wie die Entwicklungen für vollautonomes Fahren vorangetrieben werden können und welche Probleme den Robo-Cars noch im Weg stehen.

Wie selbstfahrende Autos bald Realität werden könnten

Autofahren ohne Mensch am Steuer: Die Entwicklungen sind bereits weit gediehen.

Selbstfahrenden Autos gehört die Zukunft. „Autonome Fahrzeuge haben das Potenzial, künftiges Reisen und Mobilität grundlegend zu verändern“, prognostiziert Ricky Hudy, Vorstand der Initiative Autonomous, die das Ziel hat, die Entwicklung völlig autonom fahrender Autos und Technologien in deren Umfeld zu forcieren. Auf Einladung der Initiative hin trafen sich nun 500 führende Experten und Entscheidungsträger von 170 Unternehmen in Wien, um sich über die neuesten Technologien des autonomen Fahrens, rechtliche Rahmenbedingungen und Sicherheitskonzepte auszutauschen.

Die Liste der ins Treffen geführten Vorteile der "Robo-Cars" ist lang:

  • Verkehrsunfälle mit Personenschaden oder gar tödlichem Ausgang können vielfach vermieden werden.
  • Älteren und behinderten Menschen oder auch solchen ohne Führerschein würden sie das Leben erleichtern.
  • Künstliche Intelligenz und Steuerungsfunktionen würden die Kapazitäten im Straßenverkehr erhöhen und dennoch einen reibungsloen Verkehrsfluss ermöglichen.
  • Autonom fahrende Autos würden vorausschauender und damit Sprit- bzw. energiesparender fahren.
  • Reisen wäre komfortabler und nachhaltiger.

Auch das Großkapital glaubt mittlerweile an autonome Autos. Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs prognostizieren etwa, dass autonome Fahrfunktionen eine der wirtschaftlichen Triebkräfte der künftigen Automobilindustrie darstellen werden. Sie erwarten, dass der globale Umsatz durch autonome Fahrzeuge bis zum Jahr 2025 insgesamt 96 Milliarden Dollar betragen wird. Der gesamte jährliche wirtschaftliche Nutzen autonomer Fahrzeuge wird bis ins Jahr 2050 auf mehr als 3,5 Billionen Dollar geschätzt.

Der Weg dorthin ist jedoch - zumindest noch - nicht geebnet. „Autonomes Fahren ist die größte und komplexeste Herausforderung seit der Erfindung des Autos“, sagt Autonomous-Vorstand Hudy.

Technologie mit hohem Reifegrad

In vielen Bereichen des autonomen Fahrens gibt jedoch es bereits erhebliche Fortschritte. "Es wird mit jedem Tag wahrscheinlicher, dass bald vollautonome Fahrzeuge das Verkehrsgeschehen bestimmen“, meint daher Georg Kopetz, CEO von TTTech Auto. Das Unternehmen ist auf Sicherheitssoftware für Fahrzeuge ausgerichtet und bietet eine Plattform für automatisiertes Fahren an. „Die Technologie des autonomen Fahrens ist bereits ausgereifter, als die Menschen denken“, sagt eine andere Veranstaltungsteilnehmerin.

Doch es gibt noch große Herausforderungen, die am Weg zu einer allgemeinen Zulassung für den Straßenverkehr noch zu bewältigen sind. Dazu gehören technologische blinde Flecken, Gefahren im Bereich der Cybersicherheit, fehlende allgemeingültige Sicherheitsnormen sowie offene regulatorische und haftungsrechtliche Fragen. Zudem müssen Sicherheit und Zuverlässigkeit gewährleistet sein, um eine breite Verbraucherakzeptanz zu erreichen.

Ökosysteme der Kooperation

Um diese Fragen zu lösen sind breite Kooperationen erforderlich. "Gerade in Sicherheitsfragen für völlig automatisiertes Fahren kann ein einzelner Hersteller, Zulieferer oder Technologieunternehmen nicht alles alleine meistern“, ist Autonomous-Vorsitzender Hudy überzeugt. Das sieht auch Georges Massing, Vizepräsident von MBOS Automated Driving bei Mercedes-Benz so: „Keiner wird in der Lage sein, alleine erfolgreich zu sein.“ Durch die Zusammenarbeit sollen die Sicherheitsprobleme im Zusammenhang mit autonomem Fahren gelöst werden.

Um die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen voranzutreiben, sprachen sich Teilnehmer der Veranstaltung dafür aus, dass etablierte Technologieunternehmen mehr als bisher mit Start-ups zusammenarbeiten sollten. Auf diese Weise sollten etablierte Automobilunternehmen in die Entwicklung neuer Technologien und Funktionen investieren. Neue, disruptive Unternehmen wiederum brauchen Automobilhersteller, um ihre Technologie in serienerprobten Fahrzeugen auf die Straße zu bringen.

„Es geht darum, Partnerschaften zu schließen und ein Ökosystem zu bilden“, sagte Young Sohn, Vorstandsvorsitzender vom US-Audio- und Elektronikausstatter Harman und ehemaliger Präsident von Samsung Electronics. „Insbesondere wenn es um die Bewältigung komplexer Sicherheitsherausforderungen geht“, ergänzt Alejandro Vukotich, Vizepräsident im Automotive-Bereich bei Qualcomm: „In diesem Bereich gibt es innovative und disruptive Unternehmen sowie traditionelle Branchen. Jeder Ansatz allein bringt uns nicht dorthin, wo wir hinmüssen.“

Frage der Sicherheit

Die Teilnehmer plädierten in einem ersten Schritt für eine gemeinsame Systemarchitektur. Bernhard Augustin von CARIAD, dem Software-Unternehmen des VW-Konzerns, nannte dabei die Herausforderung: „Wenn wir Sicherheit bieten wollen, müssen wir verstehen, wie Chiphersteller, Automobilkonzerne und Systemanbieter zusammenarbeiten."

„Autonomous kann ein Cluster für Innovationen im Bereich autonomes Fahren sein, um die Entwicklung voranzutreiben “, meint Kopetz. TTTech-CEO Kopetz.

„Es ist aber nicht nur ein Wettrennen um die besten Technologien, sondern auch um das Vertrauen der Menschen “, meint Candice Plotcin, Juristin und Leiterin der Legal- und Regulatorien-Abteilung bei dem auf die Entwicklung selbstfahrender Autos und Lösungen spezialisierten US-Unternehmen Cruise. Eine Meinung, die auch Christoph Hartung, Chef des auf Sicherheitslösungen spezialisierten Wiener IT-Unternehmens ETAS teilt: „Die Konsumenten werden solche Autos nur kaufen oder benutzen, wenn sie sich darin sicher fühlen.“

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