
Die Zahl der Firmeninsolvenzen dürfte sich heuer in den ersten drei Quartalen etwa auf dem Niveau von 2025 bewegen, rechnet der KSV1870 vor.
von
Laut einer Hochrechnung des Kreditschutzverbands KSV1870 werden heuer rund 5.140 Unternehmenspleiten erwartet und damit um 0,4 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Betroffen seien vor allem Handel, Baugewerbe, Gastronomie und Beherbergung. Bei den Privatinsolvenzen rechnet der KSV1870 unterdessen mit einem deutlichen Anstieg.
Mit Blick auf die Firmenpleiten sei allerdings besorgniserregend, dass 43 Prozent der Verfahren gar nicht erst eröffnet würden, weil das notwendige Kapital dafür fehlt. Im Schnitt meldeten heuer pro Tag 19 Betriebe Insolvenz an. Laut Hochrechnung lagen die vorläufigen Passiva zum Stichtag am 9. September bei rund 6 Mrd. Euro und damit um 7 Prozent unter dem Vorjahr. Gleichzeitig waren heuer mit 15.700 um 4,7 Prozent mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und mit 36.300 um 8,7 Prozent mehr Gläubiger betroffen. Für das Gesamtjahr rechnet der KSV mit rund 6.800 Firmenpleiten, was in etwa dem Niveau von 2025 entspreche.
Privatkonkurse deutlich höher
Die Privatkonkurse dürften in den ersten drei Quartalen unterdessen deutlich zugelegt haben. Der KSV erwartet 7.390 eröffnete Schuldenregulierungsverfahren und damit ein Plus von 10,7 Prozent. Pro Tag meldeten demnach heuer 27 Menschen Insolvenz an. Die Insolvenzdynamik sei allerdings in erster Linie darauf zurückzuführen, dass mit Mitte Juli die Möglichkeit einer dreijährigen Entschuldung ausgelaufen sei, so der Kreditschutzverband.
"Aufgrund der unverändert angespannten wirtschaftlichen Lage" sei ein Anstieg der Privatkonkurse ebenfalls zu erwarten gewesen, sagte Karl-Heinz Götze vom KSV1870. Die vorläufigen Passiva hätten seit Jahresbeginn um 20 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro zugelegt. Bis zum Jahresende erwartet der KSV rund 9.300 eröffnete Verfahren.
Quelle: KSV1870