Immofinanz-Übernahme: Großaktionär CPI Property bessert nach

Der tschechische Milliardär Radovan Vitek will mit seiner CPI Property Group die österreichische Immofinanz übernehmen und hat das Angebot an die Aktionäre nun nachgebessert. Für den Immofinanz-Vorstand ist das Gebot weiter zu niedrig.

Immofinanz-Übernahme: Großaktionär CPI Property bessert nach

Die vom tschechischen Milliardär Radovan Vitek kontrollierte CPI Property Group hat mit dem Immofinanz-Aktionär Petrus Advisers einen Kaufvertrag über dessen Aktienpaket an dem Immobilienkonzern abgeschlossen. CPI biete dem Hedgefonds 22,70 Euro je Immofinanz-Aktie, teilte die in Frankfurt notierte Immobiliengesellschaft mit. Damit erhöhe sich auch das laufende Pflichtangebot an die übrigen Aktionäre. Dem Vorstand der Immofinanz ist das aber zu wenig.

Bisher hatte die CPI Property Group 21,20 Euro je Immofinanz-Aktie geboten. Am Mittwoch gingen die Immofinanz-Papiere exakt auf der Höhe des neuen Angebotspreises von 22,70 Euro aus dem Handel. An der Wiener Börse war das im Leitindex ATX enthaltene Unternehmen damit 2,8 Mrd. Euro wert.

Immofinanz empfiehlt weiterhin, abzulehnen

Der Vorstand der Immofinanz begrüßte die Ankündigung der CPI Property Group S.A. (CPIPG), den Angebotspreis nachzubessern, hält diesen aber nach wie vor für zu niedrig. Er liege "deutlich unter dem aktuellen Unternehmenswert" und bilde "das große Wachstumspotenzial" es Immobilienkonzerns nicht ab, teilte das Unternehmen Donnerstagabend mit. Auch berücksichtigt der höhere Preis keine angemessene Kontrollprämie in Bezug auf die von CPIPG avisierte Kontrollerlangung über die Immofinanz. Der Vorstand verwies auch auf seine am 26. Jänner 2022 veröffentlichte Äußerung zum antizipatorischen Pflichtanbot der CPIPG und "empfiehlt den Anlegern weiterhin, das angekündigte nachgebesserte Angebot der CPIPG für Aktien und Wandelschuldverschreibungen der Immofinanz nicht anzunehmen".

CPI hält nach dem Deal mit Petrus Advisers eigenen Angaben zufolge rund 35,5 Prozent. Die Einreichung der Angebotsänderung bei der Übernahmekommission werde in den kommenden Tagen erfolgen, teilte CPI mit.

"Mit dem Kärcher aufräumen"

Petrus Advisers bezeichnete den Deal als Aufbruch in eine neue Ära bei der Immofinanz. "Unsere Transaktion steht allen Aktionären der Immofinanz offen, die nunmehr ebenfalls ihre Aktien zu diesem verbesserten Preis andienen können", teilte der Hedgefonds mit. CPI habe sich in kurzer Zeit zu einem führenden Spieler im europäischen Gewerbeimmo-Markt entwickelt. Petrus sieht in CPI einen "ideenreichen und dynamischen Garanten für Wandel bei Immofinanz". "CPI wird bei Immofinanz mit dem Kärcher aufräumen und die ständige Wertvernichtung der letzten Jahre untersuchen", so der Hedgefonds.

Neben CPI bietet derzeit auch der Wiener Konkurrent s Immo für die Immofinanz. Das Offert für das Teilangebot für bis zu zehn Prozent der Aktien, mit der die s Immo ihren Anteil auf rund 25 Prozent aufstocken möchte, beträgt 23,0 Euro pro Stück. Der Vorstand der Immofinanz hatte die bis 23. Februar laufenden Angebote von CPI und s Immo bisher als zu niedrig abgelehnt.


Lesen Sie mehr über Radovan Vitek und den Versuch der Immofinanz-Übernahme in der trend-Ausgabe vom 28. Jänner 2022

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