
FDJ-Managerin Giovanna D’Esposito hofft auf eine faire Ausschreibung
©BeigestelltNach dem Casag-Eigentümer Allwyn und Brightstar steigt nun auch Francaise des Jeux als Mitbieter um die österreichische Lotterien-Lizenz, die im Herbst ausgeschrieben werden soll, in den Ring.
Bei teilstaatlichen französischen Lottoanbieter Francaise des Jeux (FDJ), genauer FDJ Unided, haben Frauen das Sagen. Das gilt nicht nur für Stephane Pallez, Vorstandsvorsitzende des Konzerns, auch das für das internationale Lottogeschäft verantwortlichen Managerment ist weiblich: Giovanna D’Esposito und Ysabel Rollet.
Das jedenfalls ist schon einmal ein augenfälliges Merlmal des neuen Interessenten für die österreichische Lotterienlizenz. „Natürlich hängt es letztlich von der Ausschreibung ab, aber wir haben großes Interesse an der Lotterienlizenz“, bestätigt D’Esposito, Chief Officer des Internationalen Lottogeschäfts von FDJ. Damit ist FDJ United nach dem aktuellen Eigentümer, der tschechischen Allwyn-Gruppe, und dem an der NYSE gelisteten, global tätigen Konzern Brightstar bereits das dritte Unternehmen, das Interesse an der nächsten Herbst auslaufenden Lotterienlizenz äußert. Seit mehr als einem Jahr sondieren die Franzosen den heimischen Markt schon und suchen hierzulande Partner für ihr Business. „Die Partnersuche ist weit gediehen. Mit zwei bis drei Unternehmen führen wir fortgeschrittene Gespräche“, erzählt D’Esposito. Namen will man jedoch noch nicht nennen. Ohne heimischen Partner will man aber nicht mitbieten, dafür sei das Geschäft zu regional. Auch den österreichischen Staat als Partner können sich die Franzosen vorstellen: „Immerhin arbeiten wir auch in Frankreich mit dem Staat zusammen“, sagt die FDJ-Managerin. Dieser besitzt 21 Prozent am Unternehmen. In Frankreich arbeitet FDJ vorwiegend mit Trafiken, Supermärkten und Tankstellen als Vertriebspartner zusammen.
In Österreich ortet Francaise des Jeux noch viel Potenzial. „Es ist hier noch viel Luft nach oben“, glaubt Ysabel Rollet, Abteilungsleiterin für das Internationale Lottogeschäft bei FDJ. Das sehe man auch daran, dass in Frankreich 52 Prozent der Bevölkerung Lotto spielen, in Irland, wo FDJ seit drei Jahren tätig ist, sogar 70 Prozent und in Österreich nur 40 Prozent. „Wir glauben, dass wir mehr Innovation in den Markt bringen können“, glaubt Rollet. Seit dem Börsengang im Jahr 2019 habe sich der Umsatz bei FDJ United auf 3,7 Milliarden Euro fast verdoppelt, erzählen die Frauen stolz. Dabei sei es gelungen, sowohl den Umsatz des Retail-Geschäfts, als auch von Online zu steigern. Auch für die Aktionäre von FDJ hat es sich gelohnt: Die Dividenden wurden in den letzten sechs Jahren fast verfünffacht.
Spielerschutz und Sponsoring
Spielerschutz wird bei FDJ groß geschrieben, betonen die zwei Managerinnen: „Spielerschutz spielt seit mehr als 25 Jahren eine gewichtige Rolle bei uns. Damals war er gesetzlich noch gar nicht vorgeschrieben“, sagt D’Esposito. Auch die nun im Entwurf zum Glücksspielgesetz verankerten Standards seien viel niedriger als jene in Frankreich. Wieviel man jährlich für Spielerschutz ausgibt, könne sie aber mit Verweis auf die Börsenotiz nicht sagen. „Wir geben dafür aber viel mehr aus als andere Lottogesellschaften.“ Außerdem sind in Frankreich in den letzten 40 Jahren mehr als sechs Milliarden Euro in Sportsponsoring geflossen. So ist FDJ auch Sponsor der Fußballclubs Paris Saint Germain und Olympique Marseille.
Die FDJ United-Zentrale in Paris
40 Millionen Euro für eine Lizenz
Die Ausschreibung der Lotterienlizenz, die für 15 Jahre vergeben wird, wird diesen Herbst erwartet, laut neuem Glücksspielgesetz müssen Bieter dafür jedenfalls 40 Millionen Euro hinblättern. FDJ plant jedenfalls, ein lokales Management zu installieren. Ein No-Go bei der Ausschreibung wäre für D’Esposito, „wenn die Übergangszeit von der Ausschreibung bis zum Start zu kurz wäre.“ Üblich sind in dem Business rund zwölf Monate. Ein weiteres Ausschlusskriterium wären Auflagen, dass man gewisse Produktnamen nicht weiterverwenden darf.