
Victor Starzinger (links, am Bild mit Starzinger- Co-Geschäftsführer Patrick Moser) setzt weiterhin auf Wasser in Dosen - trotz überschaubarer Absatzzahlen.
©beigestelltIn Dosen abgefülltes Wasser galt im Getränkemarkt als große Hoffnung mit enormen Exportchancen. Doch bisher plätschert das Geschäft eher vor sich hin.
Im vergangenen Jahr wurde in Österreich so wenig Mineralwasser getrunken wie seit zehn Jahren nicht mehr, der Inlandsabsatz ging um zwölf Prozent zurück. Auch der Export von österreichischem Mineralwasser ist deutlich rückläufig.
Da kommen Innovationen wie „Wasser in der Dose“ gerade recht, inspiriert vom US-Erfolg der Marke Liquid Death, ursprünglich abgefüllt vom oberösterreichischen Hersteller Starzinger. Doch das Dosengebinde schafft es bisher nicht einmal in die Statistik. Zu unbedeutend, so der Branchenverband.
Das musste auch Victor Starzinger selbst erfahren: Er vermarktet gemeinsam mit Volker Viechtbauer, dem früheren Rechtschef von Red Bull, in Dosen abgefülltes Wasser unter der Marke Blue Bomb. Der Verlust der Firma hat sich 2024 mehr als verdoppelt. Eine Million Dosen wollte das Duo 2025 verkaufen. Tatsächlich wurden es lediglich 500.000. Das sei vor allem der strauchelnden Nachtgastronomie geschuldet, in der das Getränk vorrangig vertrieben wird, erklärt Starzinger: „Insofern kann man somit bei Blue Bomb vorsichtig und im Kontext trotzdem von einem erfolgreichen Wachstum sprechen.“
Einen vorsichtigen Versuch startet aber nun auch das Hallstein Wasser der austroamerikanischen Familie Muhr mit ihrem laut Werbeversprechen „wertvollsten Wasser der Welt“, das bisher auf Spitzengastronomie und Flaschen aus recyceltem Glas setzte. In Dosen abgefüllt gibt es das Wasser nun exklusiv bei der Gesundheitscompany Biogena. Ob sich das auch in den Bilanzen positiv niederschlägt, wird sich erst in den nächsten Jahren zeigen. Das Wassergeschäft der Muhrs schreibt derzeit jedenfalls tiefrote Zahlen: Die Verbindlichkeiten stiegen 2024 auf rund 3,3 Millionen Euro. Gleichzeitig weitete sich der Verlust auf 8,55 Millionen Euro aus.
Der Artikel ist im trend.PREMIUM von 3. April 2026 erschienen.
