Enery eröffnet Mega-Batteriespeicher in Bulgarien

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Richard König (l.) und Lukas Nemec haben das Energieunternehmen Enery 2019 gegründet.

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Das österreichische Unternehmen Enery setzt in CEE-Ländern Megaenergieprojekte um. In Bulgarien hat es nun den größten Batteriespeicher Osteuropas in Betrieb genommen.

260 Kilometer von der bulgarischen Hauptstadt Sofia entfernt liegt Nova Zagora. Das Industriegebiet: heruntergekommen. Das Verkehrsbild: gerne auch mit Pferdekutsche. Einzig ein Geflügelverarbeitungsbetrieb floriert und verbreitet einen unangenehm stechenden Geruch – gleich neben dem größten Batteriespeicherprojekt Osteuropas. Umgesetzt hat die Anlage mit über 600 MWh Speicherkapazität der österreichische Energie-Newcomer Enery. „Das ist nicht nur der aktuell größte Batteriespeicher Osteuropas, sondern auch eine Blaupause, wie solche Projekte umgesetzt werden können“, sagt CoGründer und Co-Geschäftsführer Richard König bei der Eröffnung im Mai, zu der Politiker:innen, Geschäftspartner:innen und auch der trend geladen wurden.

Innerhalb eines Jahr wurden 120 weiße Batterieeinheiten auf die grüne Wiese gestellt. Obwohl Enery auf Großprojekte spezialisiert ist, war dieses Kraftwerk eine Herausforderung. So intensiv habe er noch nie gearbeitet, erzählt etwa Severin Vartigov, COO von Enery und Projektleiter des Kraftwerks. 100 Millionen Euro hat Enery in Nova Zagora investiert, deutlich weniger, als es in Österreich kosten würde.

Das Unternehmen macht mit Großprojekten in CEE-Ländern auf sich aufmerksam. In Tschechien betreibt es 43 PV- und Windanlagen. Hinzu kommt nun das Speichergeschäft. „Wir sind aggressiv in unserem Wachstum“, so Co-Gründer und Co-CEO Lukas Nemec. Das kommt nicht nur bei Investoren wie dem „Three Seas Initiative Investment Fund“ gut an. Der Fonds wird von Entwicklungsbanken aus zwölf CEE-Staaten getragen und ist mit einem dreistelligen Millionenbetrag bei Enery beteiligt. Bei der Eröffnung des Speichers in Nova Zagora zeigen sich die Vertreter:innen des Fonds erfreut über das Wachstum. Auch die Bürgermeisterin, Galya Zaharieva, streut dem österreichischen Unternehmen Blumen: „Sie helfen uns. Wir können zeigen, dass wir für Investoren interessant sind.“

Das Projekt wurde durch ein Green-Financing-Paket mit der bulgarischen DSK-Bank abgewickelt. Ein eigenes Umspannwerk stellt die Verbindung zum nationalen Übertragungsnetz her. So kann Enery sekundenschnell auf Netzschwankungen reagieren.

Davon will auch der internationale Rohstoffhändler Vitol profitieren. Mit dem Konzern wurde ein virtuelles Power Purchase Agreement (PPA) abgeschlossen. Anders als bei Windoder Solarparks wird dabei nicht die Stromproduktion, sondern die Flexibilität des Speichers vermarktet. Vitol übernimmt einen Teil des Marktpreisrisikos und schafft damit planbare Erlöse für das Projekt. Ein solcher Vertrag ist am Ende des Tages ein „Finanzprodukt“, erklären Nemec und König.

Die beiden planen, ihr „Meilensteinprojekt“ demnächst selbst zu überbieten. In Rumänien bauen sie eine der größten Hybridanlagen Europas. Eine GWh Speicherkapazität wird mit über 700 MWp PV-Leistung kombiniert. Über 1,1 Millionen PV-Module werden dafür installiert.

Der Artikel ist im trend.PREMIUM vom 12. Juni 2026 erschienen.

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