Microsoft will Smartphone-Marktanteil verdoppeln

Microsoft gibt sich am Smartphone-Markt noch nicht geschlagen. Das große Ziel ist, den Marktanteil zu verdoppeln. Das soll vor allem über Business-Kunden gelingen. In Österreich wurden bereits Deals mit der Post und anderen Unternehmen eingefädelt.

Microsoft will Smartphone-Marktanteil verdoppeln

Der Kuchen des Smartphone-Marktes ist eigentlich schon so gut wie verteilt, und zwar zwischen den beiden Branchengrößen Apple und Google. Laut dem Marktforscher IDC werden heuer über eine Milliarde Geräte mit Googles Betriebssystem Android verkauft, womit das System mit dem grünen Außerirdischen einen Marktanteil von 82 Prozent hält und Marktführer in Sachen Stückzahlen ist. Diese Position wird das offene Betriebssystem auch im Jahr 2018 noch innehaben, dann soll Googles Marktanteil bei rund 80 Prozent liegen. Apple hat mit dem auf iPhone und iPad eingesetzten iOS einen Marktanteil von 13,8 Prozent, der im Jahr 2018 auf 12,8 Prozent sinken soll – aber den soliden zweiten Platz des Konzerns aus Cupertino dennoch einzementiert.

Für den Dritten am Podest gibt es an und für sich wenig zu lachen: Microsoft hat sich lange nicht auf einen konkreten Kurs im Smartphone-Geschäft festlegen können und bezahlt dafür nun die Rechnung. Das Unternehmen, das mit dem Betriebssystem Windows im Segment der Desktop-PC unangefochtener Marktführer ist, hält mit seinem Windows Phone lediglich einen bescheidenen Marktanteil von 2,7 Prozent. Grund zum Trübsal blasen ist das den Microsoft-Managern zufolge dennoch nicht, es kommt lediglich auf den Blickwinkel an: „Die Daten von IDC besagen nämlich auch, dass wir bis 2018 unseren Marktanteil verdoppeln werden“, sagt Peter Hochleitner, Mitglied der Geschäftsleitung bei Microsoft Österreich: Dann sind es 5,6 Prozent Marktanteil. Die Entwicklung in Österreich unterstreicht er mit Zahlen vom Marktforscher GfK: „Von letztem Jahr auf heuer haben wir unseren Marktanteil in Österreich auf sieben Prozent verdoppelt.“

Wachstum mit Firmenkunden

Das Wachstum soll laut Hochleitner erstens durch das klassische Endkunden-Geschäft zustande kommen, zweitens durch den flächendeckenden Umstieg großer Unternehmen: Bisher haben unter anderen die Österreichische Post, Palfinger, Energie Steiermark, AVL, Andritz, Agrana, Würth und Umdasch auf Windows Phone umgerüstet – oft zum Nachteil des kanadischen Smartphone-Pioniers BlackBerry, der stetig an Marktanteil verliert.

Die jeweiligen Geräte rangieren in einer Preisklasse zwischen 99 und 599 Euro. Bei der Post wird etwa das Management auf das Flaggschiff-Smartphone Lumia 930 (599 Euro UVP) umgestellt, die einfachen Mitarbeiter bekommen 5000 Exemplare des Lumia 630 (149 Euro UVP). Inwiefern den B2B-Kunden ein Mengenrabatt gewährt wird, möchte Hochleitner nicht sagen – der Vertrieb läuft nicht direkt über Microsoft, sondern über Partner, betont er.

Alles aus einer Hand

„Die Kunden kaufen aber nicht bloß ein Handy, sondern eine Gesamtlösung“, erläutert Hochleitner. Damit ist gemeint, dass Smartphone, Tablet und Desktop-PC besser miteinander funktionieren sollen, wenn sie vom gleichen Hersteller kommen. Das zeigt sich etwa in der Büro-Software „Office 365“, bei der Dokumente gemeinsam bearbeitet und über Microsoft-Server stets abgeglichen werden.

Durch das neue Betriebssystem Windows 10 soll die Kluft zwischen den Geräten noch kleiner werden; mit einer Entwickler-Offensive namens „Universal Apps“ sollen Programmierer künftig einfacher die gleiche App für alle möglichen Microsoft-Geräte entwickeln können – also nicht nur für die Smartphones, sondern auch für Dekstop-PCs, Tablets und für die Spielekonsole Xbox One.

Nachholbedarf bei Apps

Damit würde sich Microsoft auch für Entwickler attraktiver machen – was wichtig ist, denn viele Apps sucht man noch immer vergebens: Bis vor kurzem gab es etwa keine Windows-Phone-App, mit der Manager die Ö1-Journale auf Abruf hören konnten. Auch „Qando“, die Fahrplan-App der Wiener Linien, ist für Windows Phone noch nicht erhältlich, wird laut Microsoft aber derzeit entwickelt. Die Apps zu seiner „Creative Cloud“ stellt der Photoshop-Konzern Adobe überhaupt bloß für Apples Geräte zur Verfügung – Nutzer von Android und Windows Phone müssen sich mit der abgespeckten mobilen Photoshop-Version „Photoshop Express“ begnügen.

Rein quantitativ gesehen beläuft sich die Zahl der Apps für Windows Phone auf 340.000, während es laut Marktforscher Statista für Android 1,3 Millionen und für iOS 1,2 Millionen Apps gibt. Zwar sind laut Hochleitner viele dieser Mini-Programme so genannte „Zombie-Apps“, die kein einziges Mal herunter geladen werden – dennoch sprechen die quantitativen Zahlen und das Fehlen mancher Austro-Apps eine klare Sprache: Microsoft muss Entwickler überzeugen, nicht nur mehr, sondern auch die richtige Software für Windows Phone zu entwickeln – denn von diesem Ökosystem leben die smarten Handys. Den Platzhirsch Android wird Microsoft zwar auch dann sicher nicht vom Thron stoßen – aber zumindest in der Nische könnte man noch ein wenig Marktanteil rausschlagen.

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