Gold oder Bitcoin? Welche Anlagen Vermögen in unsicheren Zeiten widerstandsfähiger machen

Ein Beitrag von Schelhammer Capital Bank AG.
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Geopolitische Konflikte, Inflationsrisiken und ein zunehmend unübersichtliches internationales Umfeld stellen Anleger aktuell vor Herausforderungen. Gold gilt traditionell als Krisenwährung, Bitcoin wird häufig als digitales Pendant dazu bezeichnet. Doch erfüllen beide Anlagen tatsächlich dieselbe Funktion?

Wer sein Vermögen langfristig erhalten und vermehren möchte, steht besonders derzeit vor einem schwierigen Marktumfeld. Zinsen, Inflation, geopolitische Entwicklungen und technologische Veränderungen können die einzelnen Anlageklassen sehr unterschiedlich beeinflussen. Die jüngste Entwicklung von Gold und Bitcoin zeigt, warum es wenig sinnvoll ist, allein auf einen vermeintlich sicheren Hafen zu setzen.

Gold bleibt der klassische Schutzbaustein

Gold hat einen entscheidenden Vorteil: Es ist als Wertaufbewahrungsmittel seit Jahrhunderten etabliert. Gerade wenn das Vertrauen in Währungen, Staaten oder Finanzmärkte unter Druck gerät, greifen Anleger häufig auf das Edelmetall zurück.

Nach dem kräftigen Preisanstieg der vergangenen Zeit hat Gold zuletzt eine Verschnaufpause eingelegt. Das ist für sich genommen jedoch kein Zeichen dafür, dass seine Bedeutung als Anlageklasse abnimmt. Wechselkurse, Erwartungen an die Geldpolitik und Gewinnmitnahmen können den Goldpreis kurzfristig erheblich bewegen.

Langfristig sprechen weiterhin mehrere Faktoren für eine Nachfrage nach dem Edelmetall. Zentralbanken bauen ihre Reserven teilweise weiter aus, gleichzeitig bleiben die Verschuldung vieler Staaten und geopolitische Spannungen Themen, die Anleger beschäftigen.

Gold sollte deshalb vor allem als Bestandteil einer breiter aufgestellten Vermögensstrategie betrachtet werden. Seine Stärke liegt weniger in einer möglichst hohen laufenden Rendite als in seiner Funktion als Ergänzung zu anderen Investments.

Bitcoin ist nicht einfach Gold in digitaler Form

Bei Bitcoin liegt die Sache anders. Der Begriff „digitales Gold“ klingt zwar eingängig, greift bei einer genaueren Betrachtung aber zu kurz.

Bitcoin ist eine junge Anlageklasse, deren Entwicklung eng mit technologischen Innovationen, regulatorischen Entscheidungen und der Stimmung an den Finanzmärkten verbunden ist. Entsprechend können die Kursschwankungen erheblich ausfallen.

Auch die jüngste Kursentwicklung hat gezeigt, dass Bitcoin nach starken Anstiegen ebenso deutliche Rückgänge verkraften muss. Das unterscheidet die Kryptowährung wesentlich von der klassischen Rolle, die Gold in vielen Portfolios einnimmt.

Dennoch können digitale Vermögenswerte für bestimmte Anleger interessant sein. Ihre Kursentwicklung verläuft nicht immer im Gleichschritt mit traditionellen Investments. Dadurch kann sich unter Umständen ein zusätzlicher Diversifikationseffekt ergeben.

Mit dieser möglichen Chance geht allerdings ein deutlich erhöhtes Risiko einher. Wer sein Portfolio mit Bitcoin diversifizieren möchte, sollte daher die hohe Volatilität und die besonderen Risiken digitaler Vermögenswerte berücksichtigen.

Warum ein ausgewogenes Portfolio wichtiger ist als der einzelne „sichere Hafen“

Die vergangenen Jahre haben eines deutlich gemacht: Eine einzelne Anlageklasse kann nicht für jedes wirtschaftliche Szenario die passende Antwort liefern.

Aktien können langfristig für Wachstum sorgen, bringen aber Kursschwankungen mit sich. Anleihen können zur Stabilisierung beitragen. Gold kann als Absicherung und Diversifikationsbaustein dienen. Private Markets eröffnen zusätzliche Möglichkeiten, sind aber häufig weniger liquide. Liquidität wiederum schafft Handlungsspielraum, erwirtschaftet aber in der Regel weniger Rendite.

Auch digitale Assets können – abhängig von der individuellen Risikobereitschaft – eine Rolle spielen.

Entscheidend ist daher nicht die Suche nach dem einen Investment, das sämtliche Risiken ausschaltet. Viel wichtiger ist die Frage, wie unterschiedliche Anlageklassen miteinander kombiniert werden.

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Vermögen auf verschiedene Szenarien vorbereiten

Niemand kann zuverlässig vorhersagen, wie sich Inflation, Zinsen, geopolitische Konflikte oder die Weltwirtschaft entwickeln werden. Eine langfristige Vermögensstrategie sollte deshalb nicht von einer einzigen Prognose abhängen.

Ein robustes Portfolio muss vielmehr unterschiedliche Szenarien aushalten können. Dafür braucht es eine klare Aufteilung der Vermögenswerte, einen langfristigen Anlagehorizont und die Bereitschaft, die Struktur regelmäßig zu überprüfen.

Gold und Bitcoin stehen dabei beispielhaft für zwei sehr unterschiedliche Ansätze: Das Edelmetall verkörpert einen seit Langem etablierten Wertspeicher, Bitcoin eine junge und technologisch geprägte Anlageklasse mit entsprechend höherer Schwankungsbreite.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob Gold oder Bitcoin das „bessere“ Investment ist. Für Anleger geht es vielmehr darum, welche Funktion eine Anlage im persönlichen Gesamtportfolio übernehmen soll – und welches Risiko dafür vertretbar ist.

Denn Vermögen wird nicht durch ein einzelnes Investment widerstandsfähig. Entscheidend ist das Zusammenspiel der verschiedenen Bausteine und eine Strategie, die zu den persönlichen Zielen, dem Anlagehorizont und der individuellen Risikobereitschaft passt.

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