
Wenn Sie Vermögen langfristig aufbauen möchte, müssen Sie bei der Anlage von Geld, Wertpapieren berücksichtigen. Doch jede Anlageform birgt Chancen und Risiken. Welche Wertpapierarten es gibt, worauf Sie achten sollten und warum Diversifikation und Korrelation zu den wichtigsten Grundregeln der erfolgreichen Geldanlage zählt.
Warum Risiko und Rendite untrennbar zusammengehören
Bei Medikamenten kennen wir den Hinweis: „Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.“
Auch bei der Geldanlage lohnt sich ein genauer Blick auf Chancen und Risiken. Denn Rendite entsteht nicht trotz Risiko, sondern meistens gerade deshalb. Wer die Zusammenhänge versteht, trifft bessere Anlageentscheidungen und kann sein Vermögen langfristig stabil entwickeln.
Gerade im Rahmen einer professionellen Vermögensberatung oder Vermögensverwaltung gehört die Auseinandersetzung mit Risiken daher zu den wichtigsten Grundlagen jeder Anlagestrategie.
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Was sind Wertpapiere?
Wertpapiere sind Finanzinstrumente, die bestimmte Rechte verbriefen. Dazu gehören beispielsweise Eigentumsrechte an Unternehmen, Forderungen gegenüber Staaten oder Unternehmen sowie Ansprüche auf die Entwicklung bestimmter Vermögenswerte.
Je nach Anlageziel stehen Anlegerinnen und Anlegern unterschiedliche Wertpapierarten zur Verfügung.
Die wichtigsten Wertpapierarten im Überblick
Aktien
Mit dem Kauf einer Aktie erwerben Sie einen Anteil an einem Unternehmen und werden damit Miteigentümer. Die Entwicklung Ihres Investments hängt wesentlich vom wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens ab.
Anleihen
Bei einer Anleihe stellen Sie einem Staat oder einem Unternehmen Kapital zur Verfügung. Im Gegenzug erhalten Sie regelmäßige Zinszahlungen sowie die Rückzahlung des investierten Betrags am Laufzeitende.
Fonds
Investmentfonds sammeln das Kapital vieler Anleger und investieren dieses nach einer definierten Strategie in unterschiedliche Wertpapiere. Die Auswahl der einzelnen Investments erfolgt durch professionelle Fondsmanager.
ETFs
Exchange Traded Funds (ETFs) sind börsengehandelte Fonds, die die Entwicklung eines bestimmten Index nachbilden. Häufig sind dies bekannte Indizes wie der S&P 500 oder der DAX.
Zertifikate
Zertifikate werden von Banken emittiert und beziehen sich auf einen sogenannten Basiswert, beispielsweise eine Aktie, einen Rohstoff oder einen Index.
Derivate
Derivate leiten ihren Wert von anderen Vermögenswerten ab. Dazu zählen etwa Optionen oder Futures auf Aktien, Währungen oder Rohstoffe.
Welche Risiken bringen Wertpapiere mit sich?
Jede Anlageform besitzt individuelle Risikofaktoren. Wichtig dabei: Risiken und Chancen sind zwei Seiten derselben Medaille. Höhere Ertragsmöglichkeiten gehen meist mit höheren Schwankungen einher.
Risiken bei Aktien
Aktien unterliegen vor allem Kursschwankungen. Diese werden häufig über die sogenannte Volatilität gemessen. Je höher die Volatilität, desto stärker kann sich der Kurs sowohl nach oben als auch nach unten bewegen.
Zusätzlich können bei internationalen Investments Währungsrisiken entstehen. Entwickelt sich die Fremdwährung gegenüber dem Euro negativ, reduziert dies die Rendite.
Im Extremfall kann ein Unternehmen insolvent werden. Dadurch ist bei Einzelaktien auch ein vollständiger Kapitalverlust möglich.
Wesentliche Risiken:
Kursrisiko
Währungsrisiko
Unternehmensrisiko bis hin zum Totalverlust
Risiken bei Anleihen
Auch Anleihen schwanken im Wert. Hauptursache sind Veränderungen des allgemeinen Zinsniveaus. Steigende Zinsen belasten bestehende Anleihen, sinkende Zinsen wirken sich meist positiv aus.
Hinzu kommt das Bonitätsrisiko. Verschlechtert sich die Zahlungsfähigkeit des Emittenten, kann der Kurs der Anleihe sinken.
Zu beachten sind außerdem mögliche Währungsrisiken bei Fremdwährungsanleihen.
Wesentliche Risiken:
Zinsänderungsrisiko
Bonitätsrisiko
Währungsrisiko
Ausfallrisiko
Risiken bei Fonds
Die Risiken eines Fonds ergeben sich grundsätzlich aus den darin enthaltenen Wertpapieren. Durch die breite Streuung reduziert sich jedoch das Risiko einzelner Positionen deutlich.
Da Fonds in Österreich als Sondervermögen gelten, bleibt das Fondsvermögen auch bei einer Insolvenz der Kapitalanlagegesellschaft geschützt.
Ein Risiko bleibt jedoch bestehen: Die gewählte Fondsstrategie oder das Fondsmanagement kann hinter den Erwartungen zurückbleiben.
Risiken bei ETFs
ETFs bieten grundsätzlich ähnliche Chancen und Risiken wie Fonds. Da sie einen Index nachbilden, entfällt zwar das Fondsmanager-Risiko, dafür hängt der Anlageerfolg stark von der Auswahl des zugrunde liegenden Index ab.
Risiken bei Zertifikaten
Zertifikate verbinden häufig mehrere Risikofaktoren miteinander. Anleger tragen sowohl die Entwicklung des Basiswertes als auch das Bonitätsrisiko des Emittenten.
Kommt es zu einer Insolvenz des Herausgebers, können erhebliche Verluste entstehen.
Risiken bei Derivaten
Derivate zählen zu den komplexeren Anlageinstrumenten. Neben Markt- und Währungsrisiken spielen auch Faktoren wie Volatilitätsänderungen, Laufzeiten und Markterwartungen eine wichtige Rolle.
Je nach Konstruktion können sowohl sehr hohe Gewinne als auch erhebliche Verluste entstehen.
Welche Chancen bieten Wertpapiere?
Neben den Risiken bieten Wertpapiere attraktive Möglichkeiten für den langfristigen Vermögensaufbau.
Aktien
Langfristig hohe Renditechancen
Potenzielle Dividendenzahlungen
Beteiligung am Wachstum von Unternehmen
Internationale Diversifikation
Anleihen
Laufende Zinserträge
Planbare Rückzahlung
Stabilisierung eines Portfolios
Fonds und ETFs
Breite Risikostreuung
Zugang zu internationalen Märkten
Investitionen in Regionen, Branchen oder Themen
Flexible Ausschüttungsmodelle
Zertifikate
Zugang zu speziellen Anlagethemen
Individuelle Anlagestrategien
Attraktive Renditechancen
Derivate
Hohe Gewinnpotenziale
Gezielte Marktstrategien
Hebelwirkung bei vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz
Warum Diversifikation der wichtigste Risikoschutz ist
Unter Kapitalmarktexperten gibt es einen bekannten Satz:
„Diversifikation ist der einzige kostenlose Vorteil an den Kapitalmärkten.“
Doch Diversifikation bedeutet mehr als nur viele verschiedene Investments zu besitzen.
Der Regenschirm-Händler von Salzburg
Stellen wir uns einen Händler vor, der erfolgreich Regenschirme verkauft. Das Geschäft läuft hervorragend, weshalb er sein Sortiment erweitert.
Er kauft Regenjacken, Gummistiefel und weitere Produkte für schlechtes Wetter ein.
Auf den ersten Blick wirkt das sinnvoll. Tatsächlich hängt jedoch das gesamte Sortiment weiterhin von einem einzigen Faktor ab: Regen.
Bleibt der Regen aus, sinkt die Nachfrage nach allen Produkten gleichzeitig.
Deutlich robuster wäre das Geschäftsmodell, wenn zusätzlich Produkte für sonnige Tage angeboten würden – etwa Speiseeis, Sonnencreme oder Sonnenbrillen.
Was Anleger daraus lernen können
Entscheidend ist nicht allein die Anzahl der Investments, sondern deren unterschiedliche Entwicklungsmuster.
Anlagen mit geringer Korrelation reagieren auf wirtschaftliche Entwicklungen oft unterschiedlich. Dadurch können Verluste einzelner Bereiche durch andere Positionen teilweise ausgeglichen werden.
Genau dieses Prinzip macht Portfolios langfristig widerstandsfähiger.
Warum viele Anleger ihre Diversifikation überschätzen
Ein häufig genannter Baustein moderner Geldanlage ist der MSCI World Index. Viele Anleger betrachten ihn als besonders breit gestreut.
Ein genauer Blick zeigt jedoch: Rund 70 Prozent des Index entfallen auf US-Unternehmen. Zudem wird ein erheblicher Anteil von wenigen großen Technologiekonzernen dominiert.
Wer ausschließlich auf einen einzelnen Index setzt, sollte daher die tatsächliche Zusammensetzung genau analysieren.
Professionelle Private Banking- und Vermögensverwaltungs-Konzepte berücksichtigen deshalb neben Aktien auch weitere Anlageklassen, Regionen und gegebenenfalls alternative Investments wie Private Equity, um Risiken breiter zu verteilen.
Fazit: Erfolgreiche Geldanlage beginnt mit dem Verständnis von Risiken
Risiken lassen sich an den Kapitalmärkten nicht vollständig vermeiden. Sie lassen sich jedoch verstehen, steuern und sinnvoll kombinieren.
Wer langfristig Vermögen aufbauen, für die Zukunft vorsorgen oder eine strukturierte Ruhestandsplanung umsetzen möchte, sollte nicht nur auf Renditechancen achten, sondern vor allem auf die Zusammensetzung des gesamten Portfolios.
Eine professionelle Vermögensberatung hilft dabei, Chancen und Risiken individuell zu bewerten und eine Anlagestrategie zu entwickeln, die zu den persönlichen Zielen passt.
Denn erfolgreiche Geldanlage bedeutet nicht, Risiken auszuschließen – sondern bewusst mit ihnen umzugehen.
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