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Insgesamt seien 2025 rund 1,13 Millionen Stellen inseriert worden, nach 1,21 Millionen im Jahr 2024. Gegenläufig entwickelte sich der Arbeitsmarkt demnach im Gesundheits- und Sozialwesen, wo die Zahl der Ausschreibungen um vier Prozent stieg.
"Krise im Verborgenen"
Experten werten die Entwicklung dem Bericht zufolge als Frühindikator für den Arbeitsmarkt. "Der Arbeitsmarkt sieht besser aus, als er eigentlich ist", sagte dazu Oliver Stettes, Arbeitsmarktexperte am Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. "Die Krise findet weitgehend im Verborgenen statt, und man sieht sie vor allem am sehr zurückhaltenden Einstellungsverhalten der Unternehmen." Die Gesamtbeschäftigung auf Rekordniveau täusche darüber hinweg, dass sich die Struktur verschiebt – hin zu staatsnahen Dienstleistungen und weg von industrieller Wertschöpfung.
Für die Volkswirtschaft hat diese Entwicklung weitreichende Folgen. "Neue Stellen in Pflege oder Erziehung haben einen hohen gesellschaftlichen Wert", sagte Enzo Weber, Forschungsbereichsleiter am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). "Aber wenn wir Industriebeschäftigte und Investitionen verlieren, wird das zu einer durchgreifenden Deindustrialisierung führen." Entsprechend wächst der Druck aus der Wirtschaft: "Es braucht spürbare Reformen beim Sozialstaat, beim Bürokratieabbau und den Energiekosten – sonst wird sich der Arbeitsplatzabbau fortsetzen", warnt Rainer Dulger, Präsident des Arbeitgeberverbands BDA.
WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/THEMENBILD/HANS KLAUS TECHT