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"Während der US-Präsident einerseits das Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen als greifbar nah skizzierte, jonglierte er im nächsten Satz mit Szenarien, die den Iran zurück in die 'Steinzeit' befördern könnten", hieß es in einem Kommentar des Brokers Index-Radar. "Solche rhetorischen Volten sorgen natürlich für Verunsicherung, zumal die Entsendung weiterer Truppen und Flugzeuge eine deutliche Sprache spricht, die eher nach Bodenoffensive als nach diplomatischem Ausklang klingt."
Zu Mittag notierte der Euro-Stoxx-50 um 1,79 Prozent tiefer auf 5.630 Punkten. In Frankfurt verlor der DAX 1,79 Prozent auf 22.881 Zähler. In London gab der FTSE-100 um moderate 0,14 Prozent auf 10.351 Einheiten nach - ihn stabilisierten die defensiven Schwergewichte sowie Ölwerte.
Das Hin und Her der vergangenen Tage setzte sich bei den Einzelsektoren fort. Gestern noch am Ende der Tabelle, waren die Ölwerte nun Spitzenreiter. Sie reagierten damit auf die Ölpreise, die nach Trumps Rede deutlich gestiegen waren. Aktien wie Eni, die um 3,7 Prozent anzogen, setzten so ihren Höhenflug fort. Vergleichsweise stark präsentierten sich auch defensive Branchen wie Nahrung und Getränke sowie die Versorger.
Am Ende des Feldes bewegten sich dagegen die Technologiewerte. Hier standen Halbleitertitel unter Druck. Das Schwergewicht ASML knickte um knapp vier Prozent ein. "Zum einen drückt die Zinssensitivität auf die Branche und wird von den hohen Energiepreisen beeinflusst", merkte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst beim Broker CMC Markets, dazu an. "Wesentlicher ist jedoch, dass die Branche auf Produkte aus dem Petrobereich wie spezielle Gassorten angewiesen ist und diese sowohl im Preis steigen als auch aktuell nicht mehr oder nur bedingt zur Verfügung stehen."
Abgaben erlitten auch die Aktien der Fluggesellschaften. Hier ging es mit Air France-KLM um 3,7 Prozent nach unten. Das Unternehmen hatte ein unverbindliches Angebot für eine Minderheitsbeteiligung an Tap Air Portugal eingereicht.