US-Börsen schließen mit Gewinnen, Nike aber klar tiefer

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Aktie des Sportartikelherstellers rasselten um 15,5 Prozent hinab
 © AFP, ANGELA WEISS, Apa
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Die anhaltende Hoffnung auf ein Ende des Kriegs im Nahen Osten hat die Aktienkurse in den USA am Mittwoch etwas weiter nach oben getrieben. Wie schon am Vortag zogen insbesondere die konjunktursensiblen Technologiewerte deutlich an. US-Präsident Donald Trump rechnet mit einem Ende der Angriffe seines Landes auf den Iran in zwei bis drei Wochen.

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Trump werde seine Militäroperation im Iran in einer Ansprache zur Hauptsendezeit und damit nach Börsenschluss als Erfolg bezeichnen und betonen, dass der Abschluss der Operationen noch innerhalb dieses Zeitrahmens erfolgen könnte, wie ein Vertreter des Weißen Hauses mitteilte.

Der Leitindex Dow Jones legte um 0,48 Prozent auf 46.565,74 Punkte zu. Der marktbreite S&P-500 gewann 0,72 Prozent auf 6.575,32 Zähler. Für den technologielastigen Nasdaq Composite ging es um 1,16 Prozent auf 21.840,95 Punkte bergauf.

Für eine Öffnung der für den Transport von Öl und Flüssiggas wichtigen Straße von Hormuz hingegen sieht Trump unterdessen andere Länder in der Verantwortung. Die USA hätten mit der Sicherung der vom Iran blockierten Meerenge - ausgelöst durch den amerikanisch-israelischen Krieg - "nichts zu tun", sagte Trump im Weißen Haus.

Die kräftige Kurserholung der letzten beiden Tage könnte entweder darauf zurückzuführen sein, dass die professionellen Anleger auf eine Deeskalation im Nahen Osten setzten, oder aber auf eine gewisse Verzweiflung, die die Angst vor dem Verpassen einer Erholung schüre, sagte Analyst Michael Bailey vom Vermögensverwalter FBB Capital Partners. Allerdings "könnten gemischte oder schlechte Nachrichten auf diesem höheren Niveau die Märkte wieder nach unten treiben".

Die Skepsis am Markt ist insofern ausgeprägt: "Wir raten weiterhin, auf Taten zu setzen, nicht auf Worte", schrieb Stratege Felix-Antoine Vezina-Poirier vom Analysehaus BCA Research. Jüngste Daten deuteten zwar auf eine leichte Belebung des Schiffsverkehrs an der Straße von Hormuz hin; von den sonst üblichen Zahlen sei man aber noch sehr weit entfernt.

Der Ölpreis gab nach. In der Folge verzeichneten auch die Aktien von Öl- und Gasproduzenten Verluste. So büßten Occidental Petroleum, Chevron und Exxon Mobil zwischen gut vier und mehr als fünf Prozent ein.

Optimismus herrschte insbesondere unter den Anlegern in der Chip- und IT-Hardware-Branche. Denn sollte die Straße von Hormuz tatsächlich wieder geöffnet werden, würde dies auch die Versorgung mit Helium verbessern, das bei der Herstellung von Halbleitern verwendet wird. Damit zogen Seagate, Micron, Sandisk und Western Digital um acht bis gut zehn Prozent an.

Zu den größten Gewinnern gehörten zudem konjunkturabhängige Unternehmen wie Caterpillar und Boeing mit einem Plus von bis zu 4,2 Prozent. Für Euphorie sorgten Spekulationen auf einen nahenden Börsengang von SpaceX. Einem Insider zufolge hat Elon Musks Weltraumfirma einen vertraulichen IPO-Antrag eingereicht und strebt eine mögliche Bewertung von mehr als 1,75 Billionen Dollar an.

Nike sieht indes Risiken für sein Geschäft durch den Iran-Krieg. Überraschend für viele Analysten hatte der Sportartikelriese Umsatzrückgänge sowohl im laufenden Quartal als auch im gesamten Geschäftsjahr in Aussicht gestellt. Der Kurs der Aktie brach daraufhin am Dow-Ende um 15,5 Prozent ein und erreichte das Niveau von 2014.

Papiere von RH sackten um mehr als 19 Prozent ab. Der Möbelhändler rechnet im ersten Quartal mit einem Umsatzrückgang von zwei bis vier Prozent. Analysten hatten hingegen im Mittel mit einem Anstieg von gut acht Prozent kalkuliert.

Die Anteilscheine von Eli Lilly stiegen dagegen um fast vier Prozent. Die US-Arzneimittelbehörde hatte die Diätpille des Pharmakonzerns zugelassen. Das einmal täglich einzunehmende Medikament soll Menschen dabei helfen, Gewicht zu verlieren oder bereits erreichtes Gewicht zu halten.

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