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Im europäischen Umfeld drehten die Indizes noch deutlicher ins Plus. Im frühen Handel hatten noch eine deutliche Korrektur bei Edelmetallen sowie Gewinnmitnahmen bei asiatischen Tech-Werten auf die hiesigen Aktienmärkte ausgestrahlt.
Wesentlicher Auslöser des Kursrutsches bei Gold und Silber war die Nominierung des früheren Fed-Gouverneurs Kevin Warsh als Nachfolger von US-Notenbank-Chef Jerome Powell durch US-Präsident Donald Trump am Freitag. Am Markt wurden dadurch Zweifel genährt, ob es tatsächlich zu einer deutlichen Lockerung der Geldpolitik kommen wird, denn Warsh galt in der Vergangenheit lange als geldpolitischer Falke. Marktbeobachtern zufolge verstärkte zudem die Auflösung spekulativer, teils gehebelter Positionen die Korrektur.
Deutliche Rückgänge gab es auch bei den Ölnotierungen, die zuletzt wegen wachsender Sorgen vor einer Eskalation rund um den Iran gestiegen waren. US-Präsident Donald Trump erhöhte zwar den Druck auf Teheran und drohte erneut mit militärischen Schritten, betonte aber zugleich, weiterhin auf eine Verhandlungslösung zu setzen. Auch Teheran signalisierte Bereitschaft für weitere Gespräche. In Wien büßten OMV und SBO vor diesem Hintergrund aber dennoch nur sehr moderat ein.
AT&S zogen inzwischen um sieben Prozent an und bügelten damit die schwache Entwicklung der Vortage wieder aus. Die Analysten von Deutsche Bank stuften die Titel samt angehobenem Kursziel auf "Buy" hoch und verwiesen auf deutlich verbessertes Sentiment sowie eine wieder akute Knappheit bei IC-Substraten durch die stark steigende KI-getriebene Nachfrage. Angesichts der hohen Auslastung der Branche befinde sich AT&S mit einem leer stehenden Werk in Malaysia in einer einzigartigen Position, schrieb Analyst George Brown.
Lenzing gaben um 2,8 Prozent nach. Der Faserhersteller hat die Mehrheit an dem schwedischen Textil-Innovationsunternehmen TreeToTextile übernommen. Durch den Zukauf solle die Industrialisierung neuer, nachhaltigerer Fasern beschleunigt werden, teilte Lenzing am Montag mit. Die Transaktion werde durch die Ausgabe neuer Aktien umgesetzt.
Datenseitig steht am späteren Montagnachmittag noch der ISM-Index der US-Industrie auf dem Programm. Im weiteren Wochenverlauf dürfte die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) stärker in den Fokus rücken.