
von
Obwohl sich die Kampfhandlungen im Iran fortsetzten, gaben die Ölpreise am Dienstag weiter nach. Dies milderte wiederum die Konjunktur- und Inflationssorgen am Markt.
Vor diesem Hintergrund erholte sich der Euro-Stoxx-50 um 2,67 Prozent auf 5.837,17 Punkte. Am Vortag war der Leitindex für den Euroraum zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit Ende November gefallen. Der deutsche Leitindex DAX stieg um 2,39 Prozent auf 23.968,63 Punkte. Außerhalb der Eurozone legte der Londoner FTSE-100 um 1,59 Prozent auf 10.412,24 Zähler zu.
Der Brent-Preis lag am späten Dienstagnachmittag bei rund 88 US-Dollar, nachdem er am Montag kurzzeitig auf fast 120 Dollar hochgeschossen war. Der nachgebende Ölpreis nehme Druck vom Kessel, sagte Timo Emden von Emden Research. "Für die Börsen ist das ein klares Signal zum Durchatmen - der Startschuss für eine Erleichterungsrallye könnte nun gefallen sein."
Auslöser war, dass US-Präsident Donald Trump zunächst die Freigabe strategischer Ölreserven in Erwägung gezogen und Medien berichtet hatten, dass er auch eine Lockerung der Ölsanktionen gegen Russland überdenke. In einem Telefoninterview mit dem US-Sender CBS News hatte Trump schließlich den Iran-Krieg für "so gut wie beendet" erklärt.
Marktteilnehmer warnen aber vor zu viel Optimismus. "Es bleibt abzuwarten, wie der Iran auf die Ankündigungen von US-Präsident Trump reagieren wird", so Analyst Christian Henke vom Broker IG Markets.
Die Erholung erstreckte sich über fast alle Sektoren. Am deutlichsten war sie bei Rohstoff- und Bankwerten, also Titeln aus jenen Branchen, die wegen Konjunktursorgen zuletzt stark unter Druck gekommen waren.
Gewinne verzeichneten auch viele Autowerte, wozu nach den vorgelegten Jahreszahlen auch Volkswagen mit einem Anstieg von 2,8 Prozent gehörte. JPMorgan-Experte Jose Asumendi lobte ein starkes Schlussquartal des Autobauers, das einhergehe mit einem hohen Free Cashflow und einem über den Erwartungen liegenden Dividendenvorschlag.
Lindt & Sprüngli büßten hingegen gut zehn Prozent ein. Der Premiumschokoladen-Hersteller hatte im vergangenen Jahr dank saftiger Preisaufschläge zwar mehr Gewinn gemacht. Aufgrund geopolitischer Unsicherheiten schaut der Konzern allerdings vorsichtig auf das laufende Jahr.