
von
Für Verwirrung sorgte insbesondere US-Energieminister Chris Wright. Er hatte auf der Plattform X mitgeteilt, dass die US-Marine erfolgreich einen Öltanker durch die Straße von Hormuz eskortiert habe. Allerdings wurde dieser Tweet kurz darauf gelöscht, etwas später dementierte das Weiße Haus die Meldung offiziell.
Der Leitindex Dow Jones Industrial schloss 0,07 Prozent tiefer bei 47.706,51 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich um ein Prozent gestiegen war. Der marktbreite S&P 500 fiel um 0,21 Prozent auf 6.781,48 Punkte. Für den Nasdaq Composite ging es um 0,01 Prozent auf 22.697,10 Einheiten hinauf.
Am Montag hatte die Aussage von US-Präsident Donald Trump, wonach der Krieg im Nahen Osten "so gut wie beendet" sei, die Ölpreise stark belastet und am Aktienmarkt für Kursgewinne gesorgt. Doch es herrscht am Markt weiter Skepsis, ob der Krieg tatsächlich bald endet.
Stratege Matt Gertken vom Analysehaus BCA Research etwa schrieb: Trump habe das Ziel ausgegeben, den Iran zu entwaffnen. Dazu müsse das Nuklear- und Raketenprogramm des Landes beendet werden, die Kriegsflotte an die Leine gelegt und die Unterstützung terroristischer Gruppen eingestellt werden. "Diese Ziele sind bislang kaum erreicht worden", lautet Gertkens Fazit.
Unter den Einzelwerten sorgte vor allem für Aufmerksamkeit, dass die Impfstoff-Pioniere und Biontech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci das in der Corona-Pandemie weltweit bekannt gewordene Unternehmen verlassen und ein neues gründen werden. Die Eheleute scheiden spätestens Ende 2026 aus, dann enden ihre aktuellen Dienstverträge. Ihr neues Biotechnologie-Unternehmen soll sich demnach auf die Entwicklung der nächsten Generation von Medikamenten auf mRNA-Basis widmen.
Analyst Emmanuel Papadakis von Deutsche Bank Research sieht dies mit gemischten Gefühlen. Der Abschied sei nicht gerade ein Vertrauensbeweis, und es drohe zudem die Entstehung eines Konkurrenten. Sahin und Türeci könnten allerdings auch von einem gereiften Unternehmen mit seinen Vermarktungszwängen zu ihren Forschungswurzeln zurückkehren wollen. Und Biontech könnte damit sogar ein interessanteres Ziel für Pharmakonzerne werden, sofern der Tumor-Antikörper Pumitamig erfolgreich sei.
Biontech meldete zudem für das Geschäftsjahr 2025 einen Milliardenverlust. Anleger nahmen in dieser Gemengelage erst einmal Reißaus: Die Aktien brachen um fast 18 Prozent ein.
Unter den besten Werten im S&P 500 zogen die Papiere von Vertex Pharmaceuticals um 8,3 Prozent an. Das Unternehmen erfreute die Anleger mit positiven Studiendaten zu einem Mittel gegen eine seltene Nierenerkrankung.
Die Anteilsscheine von Centene sackten mit einem Minus von knapp 16 Prozent an das Index-Ende. Der Krankenversicherer äußerte sich auf einer Branchenkonferenz zurückhaltend zu den Geschäftsaussichten.
Im Softwaresektor litten Aktien indes einmal mehr unter Sorgen vor Konkurrenz durch aktuelle Entwicklungen im KI-Bereich. So fielen im Dow Salesforce um knapp zwei Prozent. Zudem richten sich die Blicke auf Oracle, der Konzern legt nach Börsenschluss Quartalszahlen vor.