Wiener Börse (Schluss) - ATX gewinnt 0,85 Prozent

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Ein guter Tag für die Wiener Börse
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Die Wiener Börse hat den Montag mit einem Gewinn beendet. Prima causa war weiterhin wenig überraschend der Krieg der USA und Israels gegen den Iran und die damit zusammenhängenden Unsicherheiten am Ölmarkt. Der heimische Leitindex ATX legte zum Handelsschluss 0,85 Prozent auf 5.343,35 Punkte zu. Der ATX Prime gewann 0,78 Prozent auf 2.655,05 Zähler. Auch die wichtigsten europäischen Börsen schlossen mehrheitlich mit einem Plus.

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Die Sorge um steigende Ölpreise treibt weiter die internationalen Märkte um. Zuletzt hat der Iran seine Angriffe auf die Energieinfrastruktur im Persischen Golf verstärkt. Die Angriffe Teherans intensivieren sich zu einem Zeitpunkt, an dem sich Sorgen vor Öl-Lieferengpässen und Inflationsgefahren verstärken.

Der internationale Blick ist außerdem bereits auf die großen Zentralbanken gerichtet. So entscheidet die US-Notenbank Fed am Mittwoch über ihren Leitzins, die EZB am Donnerstag, und auch in Großbritannien und Japan wird in dieser Woche über die Leitzinsen entschieden. Am Markt gilt es als ausgemacht, dass die amerikanischen Währungshüter den Leitzins auf ihrer morgigen Sitzung nicht ändern werden. Angesichts der kriegsbedingten Unsicherheit träten die jüngsten Konjunkturdaten wie etwa zur Inflationsentwicklung in den Hintergrund, schrieb Naomi Fink, Chief Global Strategist von Amova Asset Management.

In Deutschland sind heute zudem die Konjunkturerwartungen eingebrochen. Das Stimmungsbarometer des deutschen Forschungsinstituts ZEW fiel gegenüber dem Vormonat um 58,8 Punkte auf minus 0,5 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt einen weniger deutlichen Rückgang auf plus 39,2 Punkte erwartet. "Die Eskalation im Nahen Osten treibt die Energiepreise massiv nach oben und sorgt für steigenden Inflationsdruck", kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach. Die Finanzmarktexperten seien skeptisch, dass es zu einem schnellen Ende des Konflikts kommen werde.

In Österreich hat heute der Kartonhersteller Mayr-Melnhof ein Umsatz- und Gewinnminus für 20025 bekannt gegeben. Dafür verantwortlich seien eine schwache Konsumnachfrage und Überkapazitäten in Europa. Die Dividende für das Geschäftsjahr soll trotzdem auf 2,0 Euro je Aktie angehoben werden. Für das Geschäftsjahr 2024 wurde eine Dividende von 1,80 Euro ausgeschüttet.

Der Umsatzrückgang spiegle die anhaltende Schwäche und geplante Wartungsstillstände im Bereich Board & Paper sowie die Entkonsolidierung von TANN im Segment Food & Premium wider, schreiben die Analysten der Erste Research in einem Kommentar. Positiv erwähnen sie, dass das Unternehmen sein Fit for Future (FFF)-Ziel bis 2027 auf 250 Mio. Euro (zuvor 150 Mio. Euro) angehoben hat, wovon im Geschäftsjahr 2025 bereits rund 70 Mio. Euro realisiert wurden. Restrukturierungskosten in Höhe von 29 Mio. Euro würden jedoch den Nettogewinn schmälern, sodass das bereinigte EBITDA im Geschäftsjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr weitgehend unverändert blieb. Erste Research bestätigen die Empfehlung "Hold" und das Kursziel von 95,50 Euro. Mayr-Melnhof gaben zum Tagesschluss 3,3 Prozent ab. Damit waren sie Schlusslicht im ATX Prime-Segment.

Die Analysten der britischen Bank Barclays haben ihr Kursziel für die Aktien der OMV von 47 auf 52 Euro nach oben revidiert. Die Empfehlung "Underweight" für die Papiere des heimischen Öl-, Gas- und Chemieunternehmens wurde gleichzeitig unverändert belassen. Die OMV-Aktie erscheint laut Barclays-Einschätzung im Vergleich zu den Branchenkollegen teuer, was durch eine niedrigere Cash-Rendite, vergleichsweise schwächere ESG-Kennzahlen und eine geringere finanzielle Dynamik als bei Wettbewerbern verstärkt wird. Aufgrund des höheren Engagements im Chemiesektor dürfte das Unternehmen jedoch weniger anfällig für Ölpreisschwankungen sein. Die schwergewichteten OMV-Anteile legten heute 1,59 Prozent auf 60,75 Euro zu.

Der oberösterreichische Luftfahrtzulieferer FACC hat bekanntgegeben, ein neues Werk am Standort in St. Martin im Innkreis (Bezirk Ried) zu errichten. Bis zu 300 neue Arbeitsplätze sollen dort entstehen. Insgesamt will das Unternehmen bis 2030 rund 350 Mio. Euro weltweit in neue Technologien und den Ausbau der Standorte investieren, ging am Dienstag aus einer Aussendung hervor. Auf Basis aktueller Marktprognosen stellte FACC bis 2030 weiteres Wachstum in Aussicht. FACC gewannen starke 4,0 Prozent. Damit war das Papier die Nummer eins im ATX Prime-Segment.

Gut performten heute auch Vienna Insurance, die 3,9 Prozent aufbauten. Semperit gewannen 3,5 Prozent. Am anderen Ende fanden sich neben Mayr-Melnhof Polytec mit minus 2,3 Prozent und der Flughafen Wien mit minus 1,92 Prozent.

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