
von
An den Börsen geht wegen des amerikanisch-israelischen Kriegs gegen den Iran weiter die Sorge vor einer Energiekrise um. "Der Fokus der Kapitalmärkte liegt aktuell auf dem Risiko einer Eskalation sowie der sicheren Versorgung mit Energie, insbesondere durch die Straße von Hormuz", fasste Ann-Katrin Petersen, Leiterin Kapitalmarktstrategie beim Vermögensverwalter BlackRock, die Sorgen der Marktteilnehmer zusammen.
Die damit steigenden Öl- und Erdgaspreise nähren zudem Konjunktur- und Inflationsängste. "Entscheidend für die Marktstimmung ist, wie sehr sich der Konflikt ausweitet, wie lange er dauert, wie die übrigen Großmächte auf den Angriff reagieren und wie stark die Energiepreise steigen", kommentierte Chris Iggo von BNP Paribas Asset Management.
In Wien schlossen am Dienstag alle im ATX gelisteten Aktien im Minus. Am stärksten nach unten ging es mit AT&S, die Titel des Leiterplattenherstellers büßten 9,1 Prozent ein. Unter den größeren Verlierern fanden sich auch die Aktien des Stahlkonzerns voestalpine und des Faserherstellers Lenzing mit Abschlägen von 7,6 bzw. 6,8 Prozent.
Titel des Versicherers UNIQA büßten 5,1 Prozent ein. Versicherer zählten am Dienstag europaweit zu den größeren Verlierern. Hier belasteten neben der Gesamtmarktlage die Kursverluste von Zurich. Der Schweizer Versicherungskonzern hatte mit einer Kapitalerhöhung Milliarden für die Finanzierung der geplanten Übernahme des britischen Spezialversicherers Beazley eingenommen. Die Zurich-Aktie verlor in Folge 6,8 Prozent.
Verhältnismäßig gut schlugen sich angesichts steigender Öl- und Gaspreise die Aktien der OMV und gaben 1,5 Prozent nach. Am Dienstagnachmittag lag der Preis für die Referenz-Ölsorte Brent am Terminmarkt bei 84,37 US-Dollar. Das waren gut 8 Prozent mehr als am Vortag und über 11 Dollar mehr als zu Beginn des Iran-Kriegs.
Aktien der Erste Group verloren in dem schwachen Marktumfeld trotz mehrerer positiver Analystenkommentare 3,1 Prozent auf 95,95 Euro. Die Analysten von Barclays haben ihr Kursziel für die Erste-Aktien von 118,0 auf 119,0 Euro erhöht und ihre Anlageempfehlung "overweight" in Reaktion auf die Viertquartalszahlen der heimischen Bank bestätigt. Die Experten der Baader Bank haben ihre Gewinnprognosen für die Erste erhöht, belassen ihre Empfehlung aber trotz bei "Reduce".
Abseits des ATX verloren Palfinger-Aktien nach Meldung von Zahlen 3,7 Prozent. Der Salzburger Kranhersteller konnte im Vorjahr trotz US-Zollstreit und geopolitischen Spannungen den Umsatz und Gewinn stabil halten. Die Erlöse betrugen 2,36 Mrd. Euro, der Konzerngewinn belief sich auf 97 Mio. Euro, wie der Konzern am Dienstag mitteilte.
WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/ROLAND SCHLAGER/ROLAND SCHLAGER